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Gewerkschaft stellt Arbeitgebern Ultimatum

vom 08.02.2012 um: 13:10 Uhr | Quelle: dapd
Wirtschaft Bexbach Gewerkschaft stellt Arbeitgebern Ultimatum

Saarbrücken (dapd-rps). Kurz nach Beginn der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Nahverkehr im Saarland droht die Arbeitnehmerseite mit Warnstreiks. Sollte der Kommunale Arbeitgeberverband nicht bis Freitag ein “verhandelbares Angebot” vorlegen, werde es in der nächsten Woche zeitlich begrenzte Arbeitsniederlegungen in Saarbrücken, Saarlouis, Neunkirchen und Völklingen geben, sagte der Verhandlungsführer der Arbeitnehmerseite, Bernd Oleynik, am Mittwoch der Nachrichtenagentur dapd. Die Sprecher der Arbeitgeber, Armin Emanuel, kritisierte das “öffentliche Säbelrasseln” und kündigte einen Tarifvorschlag an.

Ver.di verlangt für die landesweit 1.000 Beschäftigten sieben Prozent mehr Entgelt ab 1. Februar bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, eine überproportionale Anhebung der Azubivergütung sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld für Neubeschäftigte. Aus Sicht der Arbeitgeber ist die Forderung finanziell nicht zu erfüllen. Das Gesamtpaket würde “ein Plus von zehn Prozent” bedeuten, erklärten die Arbeitgeber.

Oleynik begründete das Ultimatum an die Arbeitgeber damit, dass ein monatelanger Arbeitskampf wie im Jahr 2010 verhindert werden solle. “Die Beschäftigten erwarten diesmal zügige Verhandlungen und auch bei den Arbeitgebern mehr Einigungsbereitschaft als vor zwei Jahren”, sagte er. Allerdings habe die Arbeitgeberseite die Verhandlungen zum Auftakt am Dienstagabend bereits “unnötig angeheizt”. Sie sei “außerstande gewesen, ein Angebot zu unterbreiten”, kritisierte der ver.di-Vertreter.

Für die Arbeitgeber wies Verhandlungsführer Emanuel auf dapd-Anfrage die Forderungen der Gewerkschaft als “exorbitant hoch” zurück. Sie lägen weit über denen anderer Nahverkehrsbezirke und müssten auf “eine realistische Höhe” reduziert werden. Folge einer derartigen Erhöhung der Entgelte wären erhebliche Kostensteigerungen. Finanziert werden könnte diese nur durch eine “drastische Erhöhung der Fahrpreise”.

Mit Blick auf die nächste Verhandlungsrunde kündigte Emanuel ein Angebot an, das den Interessen der Beschäftigten ebenso Rechnung trage wie der finanziellen Situation der Nahverkehrsunternehmen. Wo “die Schmerzengrenze” liege, wollte er öffentlich nicht sagen. Allerdings verwies er auf die Vereinbarung für die Landesbeschäftigten. Demnach sollen die Entgelte in diesem Jahr im Schnitt höchstens um 2,5 Prozent angehoben werden.

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