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Hamit Z.: Kopf der Bonner „Auerberg-Bande“ weiter auf freiem Fuß

vom 27.03.2012 um: 14:19 Uhr | Quelle: Redaktion meinestadt.de aktuell

Bonn – Das muss den Opfern wie eine Verhöhnung vorkommen – und nicht nur ihnen: Hamit Z. (Name geändert), Kopf der berüchtigten „Auerberg-Bande“, ist immer noch auf freiem Fuß. Richterin Lydia Niewerth verurteilte den 20-jährigen Mann irakischer Abstammung zwar am Montag zu 18 Monaten Jugendstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchten Diebstahls, jedoch: Wenn er sich in den nächsten drei Monaten ruhig verhält, „können wir über Bewährung reden“, so Niewerth. Grundsätzlich habe man „kein Interesse daran. Leute mit einem solchen Aggressionspotenzial auf den Straßen herumlaufen zu haben“.

Ob das das richtige Strafmaß für einen Täter solchen Kalibers ist, darf bezweifelt werden. Dabei gibt Niewerth selbst eine passende Charakterbeschreibung des jungen Gewalttäters: „Das ist eine ganz üble Kiste. Wir haben einen hochaggressiven jungen Mann vor uns, der nicht willens oder in der Lage ist, sich zu steuern und bei jeder sich bietenden Gelegenheit draufhaut.“ Sie sehe keine Möglichkeit, dem noch mit erzieherischen Maßnahmen entgegenzuwirken. Ein Mitarbeiter der Jugendgerichtshilfe als auch seine Bewährungshelferin sehen das ähnlich. Die Polizei reagiert, ist in Alarmbereitschaft. Verstärkt geht sie momentan in dem Bereich auf Streife. Auch Zivilfahnder werden eingesetzt, wie Polizeisprecher Frank Piontek erklärt.

Hamit Z. wird allgemein als der Kopf der „Auerberg-Bande“ gesehen, die mit ihren Straftaten die gesamte Anwohnerschaft terrorisiert – auch vor kleinen Mädchen schreckt die Bande nicht zurück: So soll die neunjährige Joelina M. von dem damals bereits unter Bewährung stehenden Hamit Z. mit einem Messer bedroht worden sein. Das Mädchen musste in einer psychosomatischen Klinik behandelt werden, litt unter Albträumen.

Die aktuelle Gerichtsverhandlung bezog sich zum größten Teil auf einen brutalen Übergriff nahe dem Studentenwohnheim. Hamit und seine Kumpels traten dort einen 27-Jährigen Studenten auf dem Basketballplatz fast tot. Nur weil das Opfer schützend die Hände vor den Kopf hielt, ging die Sache vergleichsweise glimpflich aus.

„Affe“ wird Hamit gemeinhin von den Anwohnern nur noch genannt. Joelinas Oma gab ihm den Spitznamen, nachdem er vor zwei Jahren in einer Apotheke zunächst die Vitrinen zerschlug und anschließend, über die Wiese flüchtend, „wie ein Affe“ herum gesprungen sei. „Inzwischen nennen ihn alle Nachbarn so“, so die Frau. Laut den Anwohnern ist Hamit eine „tickende Zeitbombe“. Alle warteten darauf, dass er endlich weggesperrt werde. Scheinbar müssen sich die Auerberger immer noch ein wenig gedulden.

Veröffentlicht in: Justiz, Polizeimeldungen | Schlagworte: , , , ,

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