Neue Energieuniversität in der Lausitz geplant
Cottbus (dapd-lbg). In der Lausitz soll eine neue Energieuniversität entstehen. Dazu sollen die Hochschule Lausitz (FH) und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus (BTU) zusammengelegt werden, wie Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos) am Freitag in Cottbus ankündigte. Schon zum Wintersemester 2013/2014 könnten sich voraussichtlich die ersten Studenten immatrikulieren, sagte sie.
Nach dem Willen der Ministerin soll sich die neue Universität auf die Themen Energietechnologie, Energiewirtschaft sowie energieeffizientes Planen und Bauen spezialisieren. Die Energieuniversität könne dann Ansprechpartner bei wichtigen Fragen wie Netzausbau, Versorgungssicherheit oder Preisstabilität sein, sagte sie.
Die jetzt an den Hochschulen in der Lausitz eingeschriebenen Studenten könnten selbstverständlich ihr Studium zu Ende führen, betonte Kunst. Für die Übergangszeit blieben zwei Verwaltungen bestehen. Entlassungen bei den Lehrenden werde es keine geben. Diese könnten weiterhin in ihren Fachgebieten arbeiten.
Die neuen Pläne der Ministerin basieren auf den Ergebnissen der Lausitzkommission, die seit Mai 2010 die beiden Hochschulen evaluiert hat. Der Hochschule Lausitz stellte der Leiter der Kommission, Professor Rolf Emmermann, ein gutes Zeugnis aus. Die Betreuung sei gut, die Forschung innovativ, sagte er am Freitag. Schlechter schnitt hingegen die BTU ab. Diese orientiere sich zu wenig am Bedarf der regionalen Wirtschaft. Zudem gebe es Defizite bei der Drittmitteleinwerbung oder den Publikationszahlen.
Bei der Opposition riefen die Vorschläge unterschiedliche Reaktionen hervor. Die Grünen sprachen von einem “wohltuenden Paukenschlag”, mahnten aber eine Schwerpunktsetzung auf erneuerbare Energien an. Die FDP bescheinigte Kunst gar Innovation und Mut. “Es ist der richtige Ansatz, die Vorteile der beiden Hochschulen zusammenzuführen und sich von dem zu trennen, was sich in über zwei Jahrzehnten nicht in dem gewünschten Maß bewährt hat”, sagte FDP-Wissenschafts-Experte Jens Lipsdorf.
Die CDU-Fraktion bemängelte hingegen, die Vorschläge zur Zusammenlegung seien nicht aus dem Kommissionsbericht abgeleitet. “Es könnte leicht der Eindruck entstehen, dass die Hochschullandschaft in der Lausitz einfach zusammen gestrichen wird, wenn eine Hochschuleinrichtung verschwinden soll”, sagte der wissenschaftspolitische Sprecher Michael Schierack. Das Projekt einer Lausitz-Universität könne nur gelingen, wenn die Ministerin ausreichend finanzielle Ressourcen zur Verfügung stelle.
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