zurück

Hilfe für junge Patienten

vom 16.01.2012 um: 19:10 Uhr | Quelle: dapd
Gesundheit Datteln Hilfe für junge Patienten

Datteln (dapd-nrw). Das erste deutsche Kinderschmerzzentrum hat am Montag in der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln (Kreis Recklinghausen) seinen Betrieb aufgenommen. Das Zentrum zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Schmerzen könne “ein neues Signal in der Gesellschaft setzen und die Versorgungssituation dieser wichtigen und schutzbedürftigen Zielgruppe verbessern”, sagte der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst.

Betreiberin der Einrichtung ist die Vestische Kinder- und Jugendklinik, die zugleich Kinderklinik der Privat-Universität Witten/Herdecke ist. Dort existiert bereits seit drei Jahren eine Kinderschmerzstation und eine Kinderschmerzambulanz. In dem Zentrum sind aktuell fünf Psychologen, fünf Ärzte, 18 Pfleger sowie ein Sozialarbeiter tätig. Die Abteilung verfügt über 20 stationäre Plätze.

In Deutschland leiden den Angaben zufolge derzeit über 350.000 Kinder und Jugendliche an chronischen Schmerzen. Man sei schon lange in diesem Bereich tätig, nun gehe man einen Schritt weiter und gründe das Kinderschmerzzentrum, sagte Chefarzt Boris Zernikow. Laut dem Mediziner steigt die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die von chronischen Leiden betroffen sind, stetig. “Durch die Veränderung der Gesellschaft lastet ein enormer Druck auf den Jüngsten”, betonte er.

Die Einrichtung, die von der Kinderkommission des Deutschen Bundestages unterstützt wird, wolle nun die Versorgung der jungen Patienten optimieren, das Thema verstärkt in die Öffentlichkeit tragen und das Wissen aus Datteln bundesweit vermitteln. “Ein großer Schritt ist die Vernetzung mit niedergelassenen Ärzten”, sagte Zernikow. Auch die Schulung werde ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit sein. “Wir wollen andere Kliniken ausbilden, denn wir können nicht Kinder aus ganz Deutschland aufnehmen, das ist nicht im Sinne des Patienten und der Angehörigen”, betonte der Mediziner.

Eine weitere Säule neben Diagnostik und Therapie sei die Forschung. “Wir möchten im Kinderschmerzzentrum beispielsweise herausfinden, warum die Behandlung bei Jungen erfolgreicher verläuft als bei Mädchen”, erläuterte Zernikow. “Dann möchten wir auch erforschen, wie wir Kindern mit Migrationshintergrund besser helfen können, da gilt es die Versorgung zu optimieren”, ergänzte der Initiator des Zentrums.

Veröffentlicht in: Gesundheit

Kommentar schreiben

*