“Blitz-Marathon” stellt zahlreiche Raser
Düsseldorf (dapd-nrw). Trotz aller Vorwarnungen sind der Polizei beim landesweiten “Blitz-Marathon” am Freitag zahlreiche Raser ins Netz gegangen. Die Polizei in Düsseldorf sprach von einer “durchschlagenden Resonanz”. Innenminister Ralf Jäger (SPD) kündigte bereits an, die Aktion im Frühjahr und Herbst zu wiederholen.
In einer Zwischenbilanz zog er ein positives Fazit – und zwar nicht, weil Knöllchen verteilt wurden, wie er betonte. “Die Autofahrer sind heute langsamer und disziplinierter gefahren”, resümierte der Minister. Dadurch sei das Ziel, für mehr Verkehrssicherheit zu sorgen, erreicht worden.
Der 24-Stunden-”Blitz-Marathon” war am Freitagmorgen gestartet. Mit der Aktion wollte das Innenministerium gegen die wieder gestiegenen Unfallzahlen vorgehen. Vor allem Fußgänger und Fahrradfahrer kommen immer häufiger bei Unfällen zu Tode, weil Autofahrer zu schnell fahren. 3.000 Beamte sollten daher bis Samstagmorgen an 1.400 Messstellen im Land kontrollieren.
Autofahrer fuhr mit 102 durch die Stadt
Die Blitz-Aktion war zuvor tagelang angekündigt worden. Auch einzelne Messstellen waren im Internet bekanntgegeben worden. Dass dies alles nichts half, zeigte unter anderem ein 38 Jahre alter Autofahrer in Duisburg. Er wurde mit 102 statt der erlaubten 50 Stundenkilometer geblitzt, wie das Ministerium mitteilte. Auf der A 57 bei Köln wurde ein Raser mit 160 Stundenkilometern geschnappt, der nur 100 hätte fahren dürfen. Dies seien bis zum Nachmittag die “negativen Highlights” gewesen, sagte ein Ministeriumssprecher.
In Hagen ging der Polizei ein Ehepaar in die Radarfalle, das mit 65 statt der erlaubten 50 Stundenkilometer unterwegs war. Der Fahrer habe es jedoch mit Humor genommen. In dem Moment, in dem er geblitzt wurde, habe er sich gerade mit seiner Frau über den “Blitz-Marathon” unterhalten, sagte er.
Insgesamt zeigte sich das Ministerium zufrieden mit der Aktion. Bedenken, dass die Messgeräte der Polizei wegen der Kälte nicht funktionieren könnten, seien grundlos gewesen, sagte der Sprecher. Die Opposition im Landtag hatte eine Verschiebung des “Blitz-Marathons” gefordert, weil die Geräte nicht für den Einsatz bei strengem Frost ausgelegt seien. Der FDP-Innenexperte Horst Engel hatte befüchtet, dass sich Temposünder darauf im Zweifelsfall erfolgreich vor Gericht berufen könnten. Die CDU hatte Innenminister Ralf Jäger (SPD) einen “PR-Gag” vorgeworfen.
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