Sauerland-Gegner auf der Zielgeraden
Duisburg (dapd-nrw). Eine Frau in der Duisburger Innenstadt fragt, wo sie am Sonntag ihre Stimme abgeben kann. “Ich werde es genießen”, sagt sie. Nur noch wenige Tage sind es bis zum Bürgerentscheid über die Abwahl des umstrittenen Oberbürgermeisters Adolf Sauerland (CDU). Die Bürgerinitiative “Neuanfang für Duisburg” wirbt seit Wochen mit zahlreichen Veranstaltungen in der Innenstadt für eine Beteiligung an dem Votum. Die Sauerland-Gegner sind nun auf der Zielgeraden angekommen.
“In diesen Tagen hören wir solche Äußerungen wie von der Frau eben recht oft”, sagt Theo Steegmann, Sprecher der Bürgerinitiative. “Die Leute wollen den Urnengang genießen, sie wollen demonstrativ zur Wahl gehen.” Allerdings gebe es auch Bürger, die noch gar nicht richtig informiert oder politikverdrossen seien, sagt Steegmann. Um wirklich alle zu erreichen und die Stimmberechtigten zu mobilisieren, wirbt die Bürgerinitiative bis Samstag in der Innenstadt für eine möglichst große Wahlbeteiligung.
In und an einem Informationszelt suchen Steegmann und seine Mitstreiter das Gespräch mit Passanten. Zudem gibt es unterschiedliche Aktionen zum Thema: So lädt der Duisburger Zeichner Martin Tazl, Erfinder des “kleinen Bürgermeisters”, einer Karikatur Sauerlands, zur Malstunde ein. Darüber hinaus finden Diskussionsrunden und Interviews statt. Auch Musik steht auf dem Programm. Zudem wird es eine Extra-Ausgabe der WDR-Radiosendung “Hallo Ü-Wagen” geben.
“Uns ist es wichtig, dass wir vor allem die Jugendlichen erreichen”, betont Steegmann. Da mangele es stark an Aufklärung, begründet der Duisburger, der dennoch auf eine relativ hohe Wahlbeteiligung hofft. Und da ist die Bürgerinitiative durchaus optimistisch. “Mittlerweile sollen es schon 40.000 Briefwähler sein”, sagt Steegmann.
Auch wenn der Bürgerentscheid zugunsten Sauerlands ausgehen sollte, will die Bürgerinitiative sich nicht auflösen. “Egal, wie es ausgeht, wir werden weitermachen”, betont er. Die Bürgerinitiative wolle weiterhin politische Transparenz einfordern. “Wir bleiben kritisch.” Eine neue politische Kraft habe Duisburg dringend nötig.
“Wenn Sauerland abgewählt würde, wäre das eine Zäsur im positiven Sinne”, pflichtet Mitstreiter Richard Wittsiepe bei. Bliebe er im Amt, bedeute dies “Stillstand”. “Für Duisburg gibt es nur einen Neuanfang ohne Sauerland”, erklärt Steegmann kurz und bündig.
Veröffentlicht in: Politik, Rathaus | Schlagworte: Abwahlverfahren, Adolf Sauerland



Herzlichen Glückwunsch nach Duisburg!
Diesem Kommentarich freue mich über dieses tolle Ergebnis – die Bürger dieser Stadt haben gezeigt dass es Bürger gibt die denken können.
Gruß aus Baden-Württemberg
Als gebürtiger Duisburger – aufgewachsen u. 35Jahre in DU gelebt- freue ich mich über die Abwahl des OB. Danke an die Duisburger Bürger.
Als OB hätte er die Macht gehabt nein zu sagen. Als Duisburger Bürger hätte man wissen müssen, dass man auf dem Gelände der Güterbahnhofruinen keine Großveranstalltung durchführen kann. Dazu braucht es nur normalen Menschenverstand und keine teuren Gutachten.
Ich bin gespannt wer nun neuer OB wird. Er hat es dann in der Hand, dass Image von Duisburg wieder zu verbessern und den Bürgern wieder mehr Lebensfreude in ihrer Stadt zu geben.
Es gibt genug Projekte, wo er sich positiv profilieren kann.
Was in meiner Heimatstadt alles so vorsich geht, bedrückt mich oft sehr.
A.Jung, Xanten
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