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Lenas Tod hat Emden verändert

vom 30.03.2012 um: 19:02 Uhr | Quelle: dpa

Emden (dapd-nrd). Der gewaltsame Tod der elfjährigen Lena hat Emden verändert. “So etwas kannten wir hier in Ostfriesland nicht”, sagt Angelika Reiter. “Das Sicherheitsgefühl sei weg.” Reiter hat am frühen Freitagabend ihre Tochter Mareike vom Bahnhof abgeholt. Die 27-Jährige wollte vor dem Parkhaus, in dem Lena gestorben ist, eine Rose für das getötete Mädchen ablegen.

Dass der Tatverdächtige wieder auf freien Fuß gesetzt worden und damit der wahre Täter noch nicht gefasst ist, ruft bei den Beiden gemischte Gefühle hervor. “Der Junge, der zu Unrecht beschuldigt wurde, geht doch jetzt durch die Hölle”, sagt Angelika Reiter. Auf der anderen Seite sei es “ein ganz schlimmes Gefühl” zu denken, der Täter könnte sich noch an einem anderen Kind vergreifen.

“Ich war mir sicher, sie haben denjenigen, der das getan hat”, erklärt ein anderer Passant. Jetzt müsse die Polizei sehen, dass sie den Täter so schnell wie möglich fasse und so hart wie möglich bestrafe, meint der Großvater dreier Enkelkinder. “Menschen, die sich an Schwächeren vergreifen, haben keine zweite Chance verdient”, sagt Thomas Hoffmann. Er ist gerade mit seiner Frau aus Berlin zurückgekommen und hatte von dem Tod der Elfjährigen aus der Zeitung erfahren.

Der Emder hofft, dass die Menschen nach der schrecklichen Tat wieder mehr aufeinander schauen und aufmerksamer sind. “Ich habe immer ein Auge auf die Kinder”, fügt seine Frau hinzu. Sie arbeitet als Lehrerin an einem Gymnasium und weiß: “Es gibt keinen sicheren Ort.” Unmöglich findet das Ehepaar die Hetzparolen im Internet, die am Dienstagabend dazu geführt hatten, dass sich mehr als 50 Menschen vor dem Polizeirevier versammelt hatten, um es zu stürmen und den Verdächtigen zu lynchen.

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