Betreiber der Kurklinik Masserberg ist pleite
Erfurt (dapd-lth). Die Kurkliniken in Masserberg (Landkreis Hildburghausen) sind pleite. Die Betreibergesellschaft Rennsteig Kur- und Touristik GmbH (RKT) stellte am Donnerstag Insolvenzantrag beim Amtsgericht, wie eine Gerichtssprecherin am Freitag sagte und damit einen Bericht des MDR Thüringen bestätigte. Zuvor waren Verhandlungen mit dem Land über zusätzliche Finanzhilfen gescheitert. Der vorläufige Insolvenzverwalter Andreas Schafft zeigte sich vorsichtig optimistisch.
Betroffen von der Insolvenz sind rund 200 Beschäftigte. Der Betrieb der Einrichtungen werde in vollem Umfang weitergehen, sagte Schafft der Nachrichtenagentur dapd. Er hatte zusammen mit der Geschäftsleitung am Vorabend die Mitarbeiter informiert. Mithilfe der Bundesagentur für Arbeit würden die Löhne und Gehälter gezahlt. Über die noch vorhandenen Mittel würden die laufenden Kosten beglichen.
In ersten Gesprächen habe er mit Lieferanten und der Deutschen Rentenversicherung über die Weiterführung des Betriebs gesprochen. Wichtig sei es, nun erst einmal Ruhe hinein zu bekommen, sagte er. Grundsätzlich sei die Lage im Klinikbereich deutschlandweit aber schwierig – vor allem bei den Reha-Kliniken. Dennoch zeigte er sich optimistisch. Seinen Angaben zufolge gibt es ein Konzept der Geschäftsführung. Zudem habe die Einrichtung einen guten Ruf. Sein Ziel sei es ferner, alle Mitarbeiter zu halten.
Auch die Stadt Masserberg als kommunaler Träger äußerte sich zuversichtlich. Die Gemeinde bürgt mit mehr als sechs Millionen Euro. Bürgermeister Friedel Hablitzel (SPD) sagte MDR 1 Radio Thüringen, dass der Stadt vorerst aber schwere Zeiten bevorstünden. MDR Info sagte er zudem, dass die Bettenzahl künftig vielleicht nicht so groß sein werde wie heute.
Laut Finanzministerium hatte die Gemeinde Masserberg Ende Januar einen Antrag auf Mittel aus dem Landesausgleichstock gestellt, mit dem Gemeinden bei ihren Konsolidierungsbemühungen unterstützt werden sollen. In einem weiteren Gespräch mit Wirtschafts- und Innenministerium, der Aufbaubank sowie dem Landratsamt sei aber festgestellt worden, dass sich die Insolvenz nicht mehr verhindern lasse.
Nach Auffassung der Geschäftsführung hätte der Freistaat 9,5 Millionen Euro der Verbindlichkeiten übernehmen müssen. Zudem sei eine weitere Finanzspritze in Höhe 1,6 Millionen Euro erforderlich gewesen. Diese hätte jedoch nur bis höchstens Ende März gereicht. Der Landesausgleichsstock umfasst selbst aber nur 18,6 Millionen Euro für alle Kommunen. Eine Hilfe im notwendigen Umfang sei auch mit Blick auf die Solidarität zu den anderen Gemeinden nicht vermittelbar gewesen, hieß es vom Finanzressort.
Doch auch das Ministerium sieht gute Chancen, “das Unternehmen so umzugestalten, dass es langfristig auf solidem Fundament wirtschaften und seine Rolle für die Region spielen kann”. Die Linke will das Thema im Sozialausschuss erörtern.
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