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Fluglärm-Bekämpfung lässt auf sich warten

vom 08.02.2012 um: 15:44 Uhr | Quelle: dapd
Politik Verkehr Frankfurt am Main Fluglärm-Bekämpfung lässt auf sich warten

Wiesbaden (dapd-hes). Konkrete Maßnahmen zur Verringerung des Fluglärms im Rhein-Main-Gebiet lassen weiter auf sich warten. Nach einem neuerlichen Gipfeltreffen bei Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden wurde ein Paket dazu jetzt für den 29. Februar angekündigt. Dann würden die am Flugbetrieb Beteiligten Maßnahmen vorstellen, “die schneller wirken, welche die mittelfristig wirken und solche, die eine gewisse Zeit brauchen”, sagte Bouffier. Die Grünen kritisierten das als erneute “Vertröstung”, die SPD sprach von einer “inhaltsleeren Inszenierung”.

Unterdessen bestätigte die Lufthansa hr-online, dass sie die wegen des aktuellen Nachtflugverbots in Frankfurt nach Köln-Bonn verlagerten Frachtflüge wieder zurückholt. Ab dem Sommerflugplan am 25. März sollen die sechs Frachtflüge in den regulären Flugstunden tagsüber abgewickelt werden. Bei den fünf Flügen nach China sei die Rückkehr möglich, weil die Überflug- und Transitrechte den neuen Zeiten angepasst worden seien. Der Frachtflug in die USA koste das Unternehmen aber wegen der unattraktiveren Zeiten Kunden und Erlöse.

Grünen-Fraktionschef Tarek Al-Wazir sagte, damit gestehe Lufthansa Cargo selbst ein, dass das Nachtflugverbot funktioniere und umgesetzt werden könne. “Die Fracht braucht eben in Frankfurt nicht die Nacht, sondern die Bevölkerung im Rhein-Main-Gebiet ihren Schlaf”, betonte er.

Der Chef der Flughafen-Betreibergesellschaft Fraport, Stefan Schulte, versicherte: “Wir haben verstanden, dass die Menschen nun schnellstmöglich Taten von uns erwarten, die zu einer Entlastung führen werden.” Alle Beteiligten arbeiteten “gemeinsam und mit Hochdruck” an konkreten Lösungen. “Ich bin sehr davon überzeugt, dass es uns gelingen wird, Maßnahmen vorzustellen, die zur Reduzierung des Lärms führen werden”, betonte auch Bouffier. Die Runde habe “eine ganze Reihe von Maßnahmen” vorgestellt bekommen, die in der nächsten Zeit weiter zu bearbeiten seien. Erörtert worden sei “die gesamte Palette” des aktiven und passiven Lärmschutzes, dazu seien auch Arbeitsgruppen gebildet worden.

Es gehe darum, wie man durch “Managementveränderungen” zu einer niedrigeren Lärmbelastung kommen könne, um Schallschutzmaßnahmen, den Einsatz von Elektromotorentechnik gegenüber klassischen Turbinen sowie Routenveränderungen. Auch die militärische Flugraumnutzung innerhalb der Nato habe eine Rolle gespielt, fügte Bouffier hinzu und betonte: “Wir werden nichts versprechen, was wir nicht halten können.” Der Erhalt des Weltflughafens Frankfurt und die Belastung der Region seien “kommunizierende Röhren”.

“Nehmen Sie es bitte hin, dass wir es ernst meinen, dass wir Lärmreduzierung erreichen wollen”, sagte der Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums, Klaus-Dieter Scheurle (CSU). Das sei aber nicht einfach.” Der stellvertretende Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn (FDP), betonte, alle Beteiligten hätten “ein vitales Interesse” an einer Lärmreduzierung. Der “Ist-Zustand” müsse verändert werden, etwa in Flörsheim, der Lärm dürfe nicht im gleichen Maße ansteigen wie der Flugbetrieb.

“Es geht bei dieser Regierung nur noch um Inszenierung”, kritisierte der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel. Der Fluglärm-Gipfel sei lediglich darauf angelegt, kurz vor der Oberbürgermeister-Wahl in Frankfurt Aktivität vorzutäuschen. Al-Wazir erinnerte daran, dass aktiver Schallschutz schon bei der Mediation im Jahr 2000 und vor dem Planfeststellungsbeschluss 2007 versprochen wurde. “Geschehen ist nichts”, kritisierte der Grünen-Politiker. Dagegen begrüßte die CDU die Fortsetzung des Dialogs als “wichtiges Signal an die Region”.

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