Fluglärm führt zu breiter Kritik an der hessischen Landesregierung
Der Fluglärm belastet mittlerweile breite Teile der Bevölkerung. Kritik an der hessischen Landesregierung wird lauter und mittlerweile wehren sich die Bürgerinnen und Bürger und nehmen von ihren Rechten Gebrauch. So auch eine unserer Leserinnen, die in einem Schreiben an die Bundesregierung, die hessische Landesregierung, die Flugsicherung und zur Info auch an den Landrarat Pipa folgendes kritisiert hat:
Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,
Wir wohnen in Freigericht Bernbach. Seit ca. 5 Wochen leben wir hier wie im Krieg. Im Minutentakt überfliegen uns Flugzeuge so tief, dass man sogar deren Beschriftung an der Unterseite erkennen kann. Parallel dazu kann man in nicht geringer Entfernung sehen, wie die Flugzeuge eingereiht über Hasselroth, Richtung Rodenbach usw. fliegen. Die Flughöhe ist so tief und der Flugverkehr so intensiv, dass unsere gesamte Umgebung durch das ständige Dröhnen und Heulen der Flugzeuge nicht mehr lebenswert ist. Der Lärm ist so intensiv geworden, dass er durch die geschlossenen Fenster in jedem Haus zu hören ist. Es kommt uns sogar so vor, dass selbst nachts überfliegende Flugzeuge, die unseren Luftraum nur queren tiefer als noch vor einiger Zeit fliegen. Ein Aufenthalt im Freien in unserer schönen Umgebung ist nun ebenfalls nicht mehr möglich, da man dem Lärm nicht entrinnen kann.
Abgesehen davon, stellt dies eine enorme Umweltbelastung dar. Durch den Tiefflug wird ja bekanntlich noch mehr Kerosin verbrannt, als wenn die Flugzeuge höher fliegen. Bis vor der Eröffnung der Landebahn und Verlegung von Einflugschneisen war unsere Umgebung durch seine wunderschöne Landschaft noch sehr lebenswert und attraktiv. Viele 100.000sende Menschen leben gerne hier und haben sich hier ihre Existenz aufgebaut. Andere besuchen unsere Umgebung weil man bis jetzt hier Erholung suchen konnte. Nun wird alles durch rücksichtsloses, menschenverachtendes Handeln von Ihnen als amtierenden Politikern, Luftfahrbehörde und Entscheidern der Firma Fraport in Frage gestellt und sogar die Existenz oder die Gesundheit von vielen 100.000enden Menschen zerstört. Die Region wird sich verändern! Wer wegziehen kann wird dies tun! Und das im Herzen von Deutschland und Hessen. Wie schade!
Bisher waren wir nicht gegen die Eröffnung einer neuen Landebahn. Allerdings konnten wir uns auch nicht vorstellen, dass dieses Vorhaben auf so skrupellose Weise durchgesetzt wird. Es gibt doch technische Möglichkeiten um die Menschen zu schützen. Das Argument, dass Arbeitsplätze geschaffen werden, kann nicht mehr zählen, wenn die Gesundheit von vielen 100.000senden auf dem Spiel steht.
Unglaublich finden wir auch, dass technische Möglichkeiten für ein besseres, leiseres Anflugverfahren einfach nicht angewendet wird, sondern da wiederum Kosten gespart werden und eben zum Beispiel nicht genügend Fluglotsen zum Einsatz kommen, sondern diese offenbar bis an ihre Grenzen ausgelastet sind. Wenn die Menschen nicht berücksichtigt werden, ist so ein Vorhaben in einem Ballungszentrum wie Rhein Main eben nicht durchführbar. Unglaubwürdig und sinnlos sind in Anbetracht dieser enormen Lärm-und Schadstoffbelästigung alle Verweise unserer Politiker auf Ihre“ Taten“ für den Umweltschutz.
Verwunderlich ist tatsächlich, dass weder unsere Hessische Landesregierung noch die Bundesregierung zu den derzeitigen Verhältnissen in Mittelhessen Stellung nimmt oder besser noch Anstrengungen für ein menschwürdiges Dasein in dieser Region eintritt. Bei einer neuen Wahl werden Sie unsere Stimme nicht wieder erhalten. Ich bin überzeugt, dass nun viele große Aktionen gegen den neuerlichen Fluglärm und die neue Landebahn statt finden werden und wir werden uns diesen unbedingt anschließen, damit unser Lebensraum wieder lebenswert wird.
Oder gibt es doch noch Hoffnung, dass durch die Politik und die Verantwortliche schnell etwas zum Positiven verändert wird und die Menschen nicht erst zum Opfer dieser neuen Landebahn werden.
Annegret Meinhold
Veröffentlicht in: Verkehr | Schlagworte: Flughafen Frankfurt am Main, Fluglärm, Nachtflugverbot


