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Rund 1.600 Betriebe nach Hygieneverstößen dicht gemacht

vom 27.07.2012 um: 15:38 Uhr | Quelle: dapd

Stuttgart (dapd-bwb). Lebensmittelkontrolleure haben im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg 1.595 Betriebe wegen schwerer Hygienemängel geschlossen. Bei rund 72.000 überprüften Betrieben entspricht das einem Anteil von 2,2 Prozent, wie Verbraucherminister Alexander Bonde (Grüne) am Freitag bei der Vorstellung des Jahresberichts Lebensmittelüberwachung in Stuttgart sagte. So entdeckten die Prüfer etwa große Mengen Marderkot in einem Lebensmittellager oder eine wahre Kakerlakeninvasion in einer Gaststätte.

Bonde zufolge wurden im vergangenen Jahr mehr Betriebe kontrolliert als im Vorjahr, dennoch lag die Beanstandungsquote auf gleichem Niveau. Die Kontrolleure überprüften demnach rund 72.000 der 232.000 Betriebe im Land. In 19.852 Betrieben wurden 32.705 Verstöße festgestellt. Bonde zeigte sich mit der Lebensmittelbranche im Südwesten zufrieden. Die Verbraucher könnten angesichts umfangreicher Kontrollen unbesorgt sein, sagte der Politiker. Gleiches gelte für die Trinkwasserqualität im Südwesten.

Insgesamt wurden wegen Verstößen 391 Strafverfahren eingeleitet, die Geldstrafen von bis zu 9.000 Euro oder eine Bewährungsstrafe von bis zu zwei Jahren nach sich ziehen können. Zudem wurden in 1.838 Fällen Bußgelder in Höhe von bis 20.000 Euro verhängt.

Die Kontrolleure untersuchten im vergangenen Jahr rund 51.000 Proben von Lebensmitteln, Kosmetika, Bedarfsgegenständen und Tabakwaren, 17 Prozent der Lebensmittelproben und 30 Prozent der Gegenstände wurden beanstandet. Rund 100 Proben oder 0,2 Prozent der Lebensmittelproben wurden als gesundheitsschädlich eingestuft, etwa weil Salmonellen gefunden wurden.

Schwerste Hygienemängel fanden die Kontrolleure in einzelnen Betrieben vor. So seien in einer Gaststätte Kakerlaken in Scharen umhergekrabbelt. Im Lebensmittellager eines italienischen Spezialitätenrestaurants entdeckten die Prüfer “erhebliche Ansammlungen” von Marderkot. Der Gastwirt habe jegliche Bemühungen aufgegeben, in dem Lager für Sauberkeit zu sorgen. Er wurde deshalb zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Einen Schwerpunkt legten die Kontrolleure im vergangenen Jahr auf regionale Lebensmittel. Bonde sagte, Verbraucher seien bereit, für Lebensmittel aus der Region mehr Geld auszugeben. Die Kunden hätten dann auch ein Recht darauf, dass die Herkunft der Produkte stimme. Mit neusten Analysetechniken könnten die Kontrolleure feststellen, ob das Produkt tatsächlich aus der Region stamme. So sei im vergangenen Jahr etwa eine “Reichenauer Gurke” gefunden worden, die jedoch nie den Bodensee gesehen habe. Verstöße gab es demnach auch bei Äpfeln, Apfelsaft, Erdbeeren und Spargel.

Trotz der angespannten Haushaltssituation will Bonde die Lebensmittelüberwachung personell verstärken. Bereits in diesem Jahr seien 22 zusätzliche Kontrolleure eingestellt worden, in den beiden kommenden Jahren sollen insgesamt 44 weitere hinzukommen. Für die Jahre 2013 und 2014 stellt das Land jeweils 1,1 Millionen Euro bereit.

(Jahresbericht: http://url.dapd.de/tbqgTY )

Veröffentlicht in: Gesundheit, Politik

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