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Rocker liefern sich Auseinandersetzungen

vom 23.01.2012 um: 22:50 Uhr | Quelle: dapd
Polizeimeldungen Herten Rocker liefern sich Auseinandersetzungen

Herten/Mönchengladbach (dapd-nrw). In Nordrhein-Westfalen droht der Streit zwischen den verfeindeten Rockergruppen Bandidos und Hells Angels immer gewalttätiger zu werden. Nachdem sich am Samstagabend Mitglieder der beiden Gruppierungen in Mönchengladbach eine Auseinandersetzung geliefert hatten, warf am Sonntagmorgen in Herten ein unbekannter Täter einen Sprengsatz auf ein Vereinsheim der Bandidos in Herten (Kreis Recklinghausen), wie die Polizei am Montag mitteilte. Menschen wurden bei dem Vorfall nicht verletzt.

Laut der Polizei hatten Anwohner am frühen Morgen eine Explosion gehört und die Polizei alarmiert. Durch den Sprengsatz wurde das Schaufenster des Vereinsheim zerstört, auch drei Fahrzeuge wurden beschädigt. Eine Person, die sich in dem Gebäude aufgehalten hatte, blieb unverletzt. Zu den Tätern könnten bislang keine Angaben gemacht werden, teilte die Polizei mit. Die Ermittlungen dauerten an.

Unklar sind derzeit auch noch die Hintergründe für die Schlägerei, die sich die beiden Rockergruppen am Samstagabend in Mönchengladbach geliefert hatten. Dabei waren vier Männer verletzt worden. Einer von ihnen schwebte in Lebensgefahr. Sechs Tatverdächtige wurden festgenommen, sind inzwischen aber wieder auf freiem Fuß. Die Ermittlungen gegen sie laufen jedoch weiter. Die Polizei richtete eine Mordkommission ein.

Die Behörden beobachten die jüngste Entwicklung genau. Bereits im Herbst 2009 hatte die Polizei in NRW zahlreiche Treffpunkte der Hells Angels und der Bandidos überprüft, nachdem es zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden Rockerbanden gekommen war. Hintergrund der Zusammenstöße war unter anderem der gewaltsame Tod eines 32-jährigen Bandidos-Mitglieds in Duisburg. Der Mann war am 8. Oktober 2009 von einem Sympathisanten der Hells Angels erschossen worden. Damals war beim Polizeipräsidium Münster eine Sonderkommission eingerichtet worden, die sich schwerpunktmäßig mit der Bekämpfung der Rockerkriminalität befasste.

Innenminister Ralf Jäger (SPD) sagte der “Bild”-Zeitung: “Die Polizei kennt die Strukturen der Rockerszene genau.” Gemeinsam mit den anderen Ländern und dem Bund habe NRW eine “Bekämpfungsstrategie Rockerkriminalität” entwickelt. Zugleich unterstrich der Minister: “Vereinsverbote können im Kampf gegen die organisierte Kriminalität ein sinnvolles Instrument sein. Aber es gilt: Über Vereinsverbote spricht man nicht – wenn es soweit ist, wird gehandelt.”

Nach Angaben des Landeskriminalamtes gelte weiterhin die Maßgabe, dass die Polizei Präsenz zeige und mögliche Straftaten durch die Rocker im Keim ersticken wolle. Dazu gehörten unter anderem die sogenannte Gefährderansprache durch die Polizei, Waffenkontrollen oder auch Durchsuchungen, wie der LKA-Sprecher Frank Scheulen sagte. Allerdings sei die Zahl der Rocker in den vergangenen Jahren gestiegen. Nach Angaben von Scheulen gibt es bei den Bandidos derzeit 25 Chapter mit 400 Mitgliedern, bei den Hells Angels sind es neun Chapter mit 250 Mitgliedern.

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