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Umweltzonen zeigen kaum Wirkung: Auch 2011 wieder zu hohe Feinstaubwerte

vom 07.02.2012 um: 16:08 Uhr | Quelle: Redaktion meinestadt.de aktuell
Umwelt Kiel Umweltzonen zeigen kaum Wirkung: Auch 2011 wieder zu hohe Feinstaubwerte

Dessau-Roßlau – Wirkung verfehlt. Die Feinstaubwerte lagen auch 2011 trotz der in vielen Städten eingerichteten Umweltzone wieder deutlich über den Grenzwerten. Dies gab nun das Umweltbundesamt bekannt.

Der Tagesgrenzwert, der bei 50 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter Luft liegt, darf maximal 35 Mal im Jahr überschritten werden. Jede fünfte Station maß aber mehr Überschreitungen, besonders häufig am Stuttgarter Neckartor (89 Mal), wo im Schnitt an jedem vierten Tag die Luft unzulässig schlecht war – immerhin 14 Tage weniger als im Vorjahr. Knapp drei Viertel aller Messstationen zählten allerdings mehr Grenzwertüberschreitungen als im Vorjahr.

Für den Feinstaub-Experten und Leiter des Fachgebiets für Luftreinhaltung im Umweltbundesamt, Hans-Joachim Hummel, ist das Wetter schuld für diese schlechten Ergebnisse. Es habe „viele Inversionswetterlagen“ gegeben, so Hummel. Das sei vergleichbar mit einem Kochtopf, auf dem ein Deckel ist. „Wenn unten weiter viel Auto gefahren wird und die Heizungen laufen, sammeln sich dort die Schadstoffe.“

Die Ergebnisse lassen die Debatte um die Wirksamkeit der Umweltzonen neu entfachen: So fordert der Automobilclub von Deutschland (AvD) „wegen erwiesener Wirkungslosigkeit“ die Abschaffung dieser. Es seien eher meteorologische Einflüsse wie Jahreszeit, Wind und Sonnenstand, die für höhere oder niedrigere Feinstaubkonzentrationen sorgten, heißt es. Auch  ADAC-Vizepräsident für Verkehr, Ulrich Klaus Becker, betont den geringen Anteil (neun Prozent), den Autos an der Feinstaubbelastung hätten. Bis auf einen „monströsen Verwaltungsaufwand“ für die Kommunen und „existentielle Nachteile“ für viele Autofahrer hätten die Umweltzonen nichts gebracht.

Umweltbundesamt-Präsident Jochen Flasbarth ist dagegen weiterhin von dem positiven Nutzen der umstrittenen Maßnahme überzeugt und meint, dass sie ein „geeignetes Mittel“ seien. Die Situation werde sich in der Zukunft verbessern. Und auch andere Umweltexperten sehen kaum eine Alternative zu den Umweltzonen. Hummel: „Eine bessere Chance zur Reduktion von Feinstaub gibt es definitiv mit statt ohne Umweltzonen.“ Zudem weist das Bundesumweltamt darauf hin, dass Feinstaub zu rund 50 Prozent nicht aus dem Verkehrssektor stamme, sondern aus Heizungen, Kraftwerken und Industrieanlagen. Auch hier seien strengere Standards unbedingt nötig.

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