Leipzig

in Nachrichten
zurück

In sächsischen Kliniken drohen Engpässe bei Blutkonserven

vom 30.06.2012 um: 11:43 Uhr | Quelle: dapd

Leipzig (dapd-lsc). In sächsischen Kliniken drohen während der Sommerferien wieder Engpässe bei Blutkonserven. “Es wird zwar immer versucht, die Depots so zu füllen, dass auch während der Schulferien im Sommer und an Feiertagen genügend Blutspenden vorhanden sind”, sagte Marion Junghans, Mitarbeiterin Unternehmenskommunikation beim privaten Blutspendedienst Haema AG, in Leipzig der Nachrichtenagentur dapd. Sollten aber zu wenige Blutkonserven vorrätig sein, würden diese vorrangig für Notfalloperationen eingesetzt. Geplante Operationen würden dann nach hinten verschoben.

Der DRK-Blutspendedienst Ost deckt nach eigenen Angaben etwa drei Viertel des sächsischen Bedarfs an Blutkonserven. Sprecherin Kerstin Schweiger sagte, die Sicherheitsreserven in den Depots reichten für etwa vier Tage. Die Blutspenden könnten nur fünf bis sechs Wochen gelagert werden. “Durch Wettereinbrüche im Winter, Erkältungswellen, anhaltende Hitze im Sommer und Ferienzeiten können Engpässe bei den Blutspenden entstehen”, betonte Schweiger.

Etwa jeder dritte Deutsche sei zum Blutspenden geeignet, sagte die DRK-Sprecherin. Allerdings spendeten nur rund drei Prozent der Bundesbürger Blut. “Knapp 90 Prozent von ihnen sind regelmäßige Spender”, sagte Junghans.

Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts werden in Deutschland rund 15.000 Spenden täglich benötigt. “Die Wahrscheinlichkeit, irgendwann im Leben bei einer Operation, einer Krankheit oder einem Unfall auf ein Blutpräparat oder ein daraus hergestelltes Arzneimittel angewiesen zu sein, liegt bei mehr als 50 Prozent”, fügte Junghans hinzu.

Bluter benötigt bis zu 180.000 Plasmaspenden

Beispiele für den Einsatz von Blutspenden sind Bluter, die für ein normales Leben bis zu 180.000 Plasmaspenden benötigen. Ein Verbrennungsopfer braucht bis zu seiner Heilung bis zu 2.000 Plasmaspenden, ein Kind, das an Leukämie erkrankt ist, für den Erfolg einer Knochenmarktransplantation ebenso viel. Für ein Unfallopfer mit schweren Hautabschürfungen müssen rund 800 Plasmaspenden eingeplant werden.

Plasmaspenden sind innerhalb eines Jahres bis zu 45-mal möglich. “Im Unterschied zur Vollblutspende wird das Plasma von den Blutzellen getrennt, und der Spender erhält die zellulären Blutbestandteile wieder zurück”, erläuterte Schweiger.

Zu Vollblutspenden, bei denen alle Blutbestandteile gespendet werden, dürfen Frauen viermal und Männer sechsmal jährlich kommen. “Zwischen zwei Blutspenden sollten mindestens acht Wochen liegen”, sagte Schweiger. Blutspender müssen mindestens 18 Jahre alt und gesund sein. “Bis zum 71. Geburtstag ist derzeit eine Blutspende möglich, vorausgesetzt, der Gesundheitszustand lässt dies zu.”

Aufwandsentschädigung von 15 bis 20 Euro

Beim privaten Blutspendedienst Haema, der in Sachsen zehn Zentren betreibt, erhalten Spender eine Aufwandsentschädigung. Für eine Vollblutspende gibt es 20 Euro, für eine Plasmaspende 15 Euro.

Das gemeinnützig arbeitende DRK zahlt keine Aufwandsentschädigung. Es wirbt aber damit, dass der Gesundheitszustand von Spendern regelmäßig untersucht wird und jeder Spender, der innerhalb eines Jahres dreimal Blut spendet, nach der dritten Spende die Untersuchungsergebnisse seines Blutwertechecks kostenlos zur Verfügung gestellt bekommt.

Veröffentlicht in: Stadtgeschehen

Vielen Dank!

All form fields are required.

Ihre Beschwerde

Vielen Dank!

Kommentare werden geladen ...