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Politik und Verbände debattieren um Zukunft des Sitzenbleibens

vom 20.02.2013 um: 13:17 Uhr | Quelle: dpa
Politik Mainz Politik und Verbände debattieren um Zukunft des Sitzenbleibens

Mainz (dapd-rps). Die Debatte um das Sitzenbleiben reißt auch in Rheinland-Pfalz nicht ab: Der Philologenverband hat sich am Mittwoch gegen die Abschaffung der Klassenwiederholung ausgesprochen und in diesem Kontext die Bildungspolitik der rot-grünen Landesregierung kritisiert. Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) verteidigte hingegen in einem Interview einen Modellversuch im Land, bei dem Schulen auf das Sitzenbleiben verzichten können.

Der Landesvorsitzende des Philologenverbandes, Malte Blümke, sagte in Mainz: Die Diskussion sei “eine Scheindebatte” und nicht mehr als ein weiteres Sparmodell. Vielmehr müsse die gute Arbeit der Schulen in Rheinland-Pfalz hervorgehoben werden. Denn es sei “trotz unzureichender Ressourcenausstattung durch besondere Förderung und auch durch Nachprüfungen gelungen”, im vergangenen Schuljahr 98,3 Prozent aller Schüler zum Klassenziel zu führen, sagte Blümke. Kritik an den Schulen sei daher “völlig überzogen und abgehoben”. Zudem hätten auch wissenschaftliche Studien belegt, dass das Sitzenbleiben die Chancen auf einen erfolgreichen Schulabschluss sehr deutlich erhöhe.

Blümke forderte, anstatt über das Sitzenbleiben zu diskutieren, solle die rot-grüne Landesregierung mehr in die Bildung investieren. Ein Modellversuch sei daher unnötig. “Das Geld wäre besser investiert in zusätzliche Lehrerstellen, um eine gute Unterrichtsversorgung zu gewährleisten und zusätzliche Förderung zu ermöglichen”, unterstrich Blümke.

Das Vorhaben von Rot-Grün in Niedersachsen, das Wiederholen von Klassen abzuschaffen, hatte die Debatte um den Umgang mit leistungsschwächeren Schülern neu in Gang gebracht. In einigen Ländern wie etwa Hamburg und Rheinland-Pfalz soll der Verzicht auf das Sitzenbleiben entweder ausgebaut oder testweise eingeführt werden.

Bildungsministerin Ahnen sagte dem Südwestrundfunk (SWR) in einem Interview, dass es nicht darum gehe, das Sitzenbleiben abzuschaffen. Vielmehr müsse die Zahl der Wiederholer reduziert werden. Dies sei auch die Aufgabe des Modellversuchs: Schulen sollen durch mehr Eigenverantwortung Schüler stärker fördern können, betonte Ahnen. Es müsse doch allen wichtig sein, dass Kinder und Jugendliche ihre Schullaufbahn planmäßig beendeten.

Veröffentlicht in: Politik

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