Boddengewässer an deutscher Osteeküste gefrieren
Rostock (dapd-lmv). Nach mehreren Tagen Dauerfrost gefrieren die Boddengewässer an der deutschen Ostseeküste. Mittlerweile habe sich vor allem in den geschützten und salzarmen Buchten an Mecklenburg-Vorpommerns Küste eine geschlossene Eisdicke gebildet, sagte Jürgen Holfort vom Eisdienst des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Montag in Rostock. Auch vor Schleswig-Holstein gebe es erstes Eis.
Mit ernsthaften Behinderungen für die Schifffahrt sei aber frühestens in zwei Wochen zu rechnen. Allerdings rechne man damit, dass die Küsten- und Boddengewässer mit der angekündigten Kältewelle in den nächsten Tagen zügig vereisen.
Am stärksten ist die Eisdecke gegenwärtig in der Dänischen Wiek bei Greifswald, wo in Randbereichen schon bis sieben Zentimeter gemessen wurden. Kompaktes Neueis gibt es auch im Stettiner Haff und südlich von Darß und Zingst, zum Beispiel im Hafen Barth.
Auch auf der Unterwarnow, im Chemie- und Ölhafen von Rostock und im Fahrwasser der inneren Schlei nach Schleswig hat die Eisbildung begonnen. Neueis gibt es ferner bereits in der Eckernförder und in der Lübecker Bucht. Alle deutschen Ostseehäfen seien weiter frei zugänglich, unterstrich Holfort. Lediglich kleinere und schwach motorisierte Boote würden durch Treibeis behindert.
Die Wasserschutzpolizei warnte dringend vor dem Betreten der Eisflächen. Fast überall sei die Eisdecke noch sehr dünn und instabil, sagte ein Polizeisprecher. Auch auf den Binnengewässern bestehe erhöhte Gefahr einzubrechen.
Für den Eisaufbruch an der deutschen Ostseeküste stehen in diesem Winter wieder das 4.600 PS starke Mehrzweckschiff “Arkona” sowie die eisbrechenden Tonnenleger “Görmitz” und “Ranzow” zur Verfügung. Nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stralsund wurden inzwischen die Fahrwassertonnen für den Winter umgerüstet. Insgesamt müssen im Revier alljährlich vor dem Winter rund 350 Toppzeichen demontiert werden.
Unterdessen hat der Winter die nördliche Ostsee bereits im eisigen Griff. Nach BSH-Angaben hat sich an der finnischen und schwedischen Küste im Bottnischen Meerbusen schon eine geschlossene, bis zu 25 Zentimeter starke Eisdecke gebildet. Derzeit ist dort unter anderem der finnische, mehr als 20.000 PS starke Eisbrecher “Kontio” (Bär) im Einsatz um die Fahrrinnen zu den wichtigsten Häfen freizuhalten.
Veröffentlicht in: Umwelt | Schlagworte: Frost
Vielen Dank!
Ihre Beschwerde
Vielen Dank!

