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Lehrerverband tritt für einheitliche Einkommen ein

vom 30.05.2012 um: 16:24 Uhr | Quelle: dapd

Mainz (dapd-rps). Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) fordert eine einheitliche Bezahlung der rheinland-pfälzischen Lehrer. Es sei sozial ungerecht, dass Hauptschullehrer an den neuen “Realschulen plus” die gleichen Schüler unterrichteten wie Realschullehrer, aber weniger verdienten als diese, sagte der VBE-Landesvorsitzende Johannes Müller der Nachrichtenagentur dapd am Mittwoch in Mainz. Ein solche Ungleichheit bei der Bezahlung herrsche auch an integrierten Gesamtschulen.

Die Gleichstellung der Lehrer untereinander wird Müller zufolge das zentrale Thema der Delegiertenversammlung seines Verbands am Freitag und Samstag in Mainz sein. Der VBE habe ein juristisches Gutachten dazu in Auftrag gegeben. Dessen Ergebnis würden auf dem Verbandstreffen von dem Bielefelder Rechtswissenschaftler Christoph Gusy vorgestellt.

Neben der Bezahlung müssen laut Müller auch die Länge der Ausbildung und der Arbeitszeiten angeglichen werden. “Bei den pädagogischen Anforderungen heutzutage ist es nicht nachzuvollziehen, dass Grundschul- und Hauptschullehrer weniger ausgebildet werden als ihre Kollegen an Gymnasien”, sagte er.

Müller würdigte zwar den “Willen der rot-grünen Landesregierung zu Innovationen und Reformen”. Allerdings mangele es an der Umsetzung. In Schulnoten gesprochen bewertete Müller die Regierungspolitik in punkto Bildung mit “einer befriedigenden bis ausreichenden Drei minus”. Vor allem seien statt des Spardiktats der Schuldenbremse mehr Investitionen notwendig, etwa in mehr Personal.

Dringend verbessert werden muss in den kommenden Jahren nach Einschätzung Müllers der Fremdsprachenunterricht. “Wir brauchen ein klares Bekenntnis zum spielerischen Lernen sowohl von Englisch als auch von Französisch in den Grundschulen”, betonte der Verbandschef. Kinder würden dadurch keineswegs überfordert, entgegnete er weitverbreiteten Befürchtungen.

Müller bedauerte, viele Grundschüler entfalteten beim Sprachenlernen eine große Begeisterung, die an den weiterführenden Schulen jedoch in Unlust umschlage. “Schuld daran ist, dass ab der fünften Klasse das pure Auswendiglernen von Vokabeln und Grammatik überbetont wird”, kritisierte Müller. Die Lehrpläne der Schulen müssten besser aufeinander abgestimmt werden.

Müller gibt den Landesvorsitz der Lehrergewerkschaft am Wochenende nach 13 Jahren ab.

Veröffentlicht in: Bildung, Politik

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