Schüsse auf Schulbus: 22-Jähriger muss ins Gefängnis
Nürnberg (dapd-bay). Weil er einen Schulbus beschossen hat, muss ein junger Mann aus Nürnberg 15 Monate ins Gefängnis. Das Amtsgericht der Stadt verurteilte den 22-Jährigen am Montag unter anderem wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung.
Der Angeklagte hatte gestanden, im Dezember 2011 von einer Nürnberger Wohnung aus mit zwei Druckgaswaffen aus 15 Metern Entfernung auf den Bus gefeuert haben. Drei Patronen schlugen in einem Fenster des mit über 20 Schulkindern besetzten Busses ein. Verletzt wurde niemand, weil die Patronen in den doppelverglasten Scheiben des Fahrzeugs stecken geblieben waren.
Eine solche Ausstattung haben der Staatsanwaltschaft zufolge nur 9 der 184 im Nürnberger Stadtverkehr eingesetzten Busse. Der Anklagevertreter erachtete es deshalb als “reinen Zufall und Glück”, dass niemand zu Schaden gekommen war.
Der mehrfach vorbestrafte Angeklagte zeigte Reue: “Ich weiß nicht, was mir da durch den Kopf gegangen ist, es war wohl jugendlicher Leichtsinn.” Er habe vor der Tat Marihuana geraucht und danach mit den Waffen “einige Zielübungen durchführen wollen”.
Der gebürtige Fürther gab an, er habe nur auf das Blech des Busses gezielt. “Da sind wohl einige Schüsse daneben gegangen”, sagte er. Diese Darstellung glaubte das Gericht nicht.
Der Staatsanwalt hatte eine Haftstrafe von mindestens 18 Monaten gefordert. Der 22-jährige bat um “ein mildes Urteil”. Er hatte sich während der Verhandlung bei allen Zeugen entschuldigt. Den am Bus entstandenen Schaden in Höhe von 1.400 Euro will er begleichen.
Veröffentlicht in: Justiz, Polizeimeldungen | Schlagworte: Waffe
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