Weniger Amseln und mehr Bergfinken im Winter
Stuttgart (dapd-bwb). Nach dem massenhaften Amselsterben wegen des Usutu-Virus im Sommer vergangenen Jahres sind die Vögel auch im Winter deutlich seltener zu sehen. Am Dreikönigswochenende wurden in den Gärten Baden-Württembergs 39 Prozent weniger Amseln gezählt als vor einem Jahr, wie der Naturschutzbund (NABU) am Freitag in Stuttgart mitteilte. Am nördlichen Oberrhein gingen die Vorkommen sogar um fast 80 Prozent zurück.
Grund zur Panik sieht der NABU jedoch nicht. “Ich gehe davon aus, dass die Vögel rasch eine Immunität gegen das Usutu-Virus ausbilden und dem Krankheitserreger dann nur noch in kleiner Zahl zum Opfer fallen”, sagte NABU-Experte Stefan Bosch.
Der NABU hatte Anfang Januar zu einer Vogelzählung aufgerufen. Unter dem Motto “Stunde der Wintervögel” beteiligten sich in Baden-Württemberg mehr als 6.000 Naturfreunde. Dabei wurden fast ein Drittel mehr Vögel gemeldet als im Vorjahr.
Verantwortlich dafür ist in erster Linie der Bergfink, der über 100.000-mal entdeckt wurde und damit fast 30-mal so oft wie im Vorjahr. “In manchen Jahren gibt es viele, in anderen keine Bergfinken bei uns”, erläuterte Bosch. “Wenn sie kommen, dann meist in riesigen Schwärmen.” Die Vögel verließen ihre Brutgebiete im Norden, um in Mitteleuropa zu überwintern. Welche Region sie dann auswählten, hänge von dem Nahrungsangebot ab.
Dass dieses Jahr besonders viele Bucheckern und Kiefernzapfen in Baden-Württembergs Wäldern zu finden seien, hänge mit den natürlichen Zyklen der Bäume zusammen.
(www.stundederwintervoegel.de )
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