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EHEC-Neuerkrankungen vor allem durch Mensch-zu Mensch-Übertragungen

vom 24.06.2011 um: 22:41 Uhr | Quelle: dapd

Berlin/Hannover (dapd). Die gefährlichen EHEC-Erreger werden nach Angaben des niedersächsischen Gesundheitsministeriums derweil vor allem von Mensch zu Mensch übertragen. Die noch gemeldeten Neuerkrankungen gingen meist auf Sekundärinfektionen durch Haushaltangehörige zurück, sagte am Freitag ein Ministeriumssprecher und betonte, es gebe keine neue EHEC-Welle. Über ihr weiteres Vorgehen in der EHEC-Krise wollen am Montag (27. Juni, 12.00 Uhr) Vertreter von sieben Bundesländern im mecklenburgischen Boizenburg sprechen.

Auch der Präsident des Landesgesundheitsamtes in Hannover, Matthias Pulz, erklärte, im Zuge der EHEC-Welle seien bundesweit weit über 3.000 Menschen erkrankt. “Bei so vielen Erkrankten gibt es zwangsläufig immer mal Übertragungen von Mensch zu Mensch”, sagte Pulz auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd. “Dass ist die wahrscheinlichste Erklärung dafür, dass die Neuerkrankungen nach der Beseitigung der Quelle nicht schlagartig abbrechen.”

Länder beraten über Entschädigungen für Bauern nach EHEC-Krise

Bei dem Treffen am Montag mit Vertreter aus sieben Bundesländern geht es vor allem um Entschädigungen für Landwirte, die ihr Gemüse wegen der Angst vor dem Darmkeim nicht mehr loswurden, wie eine Sprecherin der Landesregierung in Schwerin erklärte. Zugesagt hat auch der niedersächsische Verbraucherminister Gert Lindemann (CDU). Außerdem werden Vertreter aus Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Hamburg und Bremen erwartet.

Bundesweit wird der Schaden bislang auf 16,7 Millionen Euro bezieffert. Die NRW-Landwirte tragen davon rund drei Viertel (zwölf Millionen Euro). Mehr als 2.600 Tonnen Tomaten und Gurken mussten allein in NRW wegen der eingebrochenen Verbrauchernachfrage entsorgt werden. Zudem wurden 39 Tonnen Salat auf über 560 Hektar Fläche noch auf dem Feld vernichtet, wie Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Grüne) in Neuss sagte.

Keine EHEC-Erreger mehr im Frankfurter Erlenbach gefunden

Dem Robert-Koch-Institut wurden von Mittwoch auf Donnerstag 29 neue Erkrankungsfälle in Deutschland übermittelt. Seit Ausbruch der Epidemie Anfang Mai erkrankten den Angaben zufolge damit bundesweit 3.717 Personen an EHEC oder HUS. 43 Personen starben bislang im Zusammenhang mit dem gefährlichen Darmkeim.

Unterdessen scheint die Gefahr von EHEC-Erregern im Frankfurter Erlenbach gebannt. In einer zweiten Probe wurden keine EHEC-Erreger mehr nachgewiesen. Der gefährliche Typ des Erregers war in der vergangenen Woche in dem Bach im Nordosten Frankfurts nachgewiesen worden. Eine Verbindung zwischen dem Fließgewässer und der Trinkwasserversorgung besteht nach Ministeriumsangaben aber nicht.

Veröffentlicht in: Stadtgeschehen | Schlagworte:

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