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US-Armee will Soldaten aus Grafenwöhr und Schweinfurt abziehen

vom 27.01.2012 um: 17:00 Uhr | Quelle: dapd
Politik Schweinfurt US-Armee will Soldaten aus Grafenwöhr und Schweinfurt abziehen

Grafenwöhr/München/Schweinfurt (dapd-bay). Der Abzug zweier schwerer Kampfverbände der US-Armee aus Europa trifft Grafenwöhr in der Oberpfalz und Schweinfurt in Unterfranken. Die an den beiden Standorten ansässige 172. Infanteriebrigade mit rund 4.000 Soldaten soll abgezogen werden, wie die US-Militärzeitschrift “Stars and Stripes” (Onlineausgabe) unter Berufung auf das Pentagon berichtete.

Während Grafenwöhr zwar als “dauerhafter Standort” erhalten bleiben soll, werde die US-Armee Schweinfurt komplett aufgegeben. Letztlich würden in Europa noch zwei US-Brigaden verbleiben, eine im bayrischen Vilseck mit rund 4.500 Soldaten und eine im norditalienischen Vicenza.

Die bayerische Staatskanzlei rechnet damit, dass der Abzug von zwei Kampfbrigaden aus Europa mit größeren Umstrukturierungen bei den in Deutschland stationierten US-Streitkräften verbunden sein wird, wie der Chef Thomas Kreuzer (CSU) am Freitag in München sagte. “Über die weiteren Planungen hat das Pentagon bisher noch keine Aussage getroffen. Allerdings bin ich sehr zuversichtlich, dass Grafenwöhr ein wichtiger US-Standort bleiben wird”, sagte Kreuzer. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) werde sich bei seinen Gesprächen in Washington kommende Woche für die bayerischen Standorte einsetzen.

Der Bürgermeister von Grafenwöhr, Helmut Wächter (SPD), nannte den geplanten Abzug der 172. Infanteriebrigade aus der Oberpfalz bedauerlich. Allerdings sei ihm von der US-Armee bereits eine Kompensation für den Standort Grafenwöhr zugesichert worden. “Die Amerikaner wollen alles tun, diese Entscheidung durch andere Maßnahmen auszugleichen”, sagte Wächter. Außerdem hätten die Amerikaner eine Zusage gegeben, den Truppenübungsplatz Grafenwöhr auf lange Sicht zu erhalten. Die Bürgermeister von Schweinfurt war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Auch die 170. Infanteriebrigade am rheinland-pfälzischen Standort Baumholder soll abgezogen werden, wie die Zeitschrift weiter berichtete und auch das rheinland-pfälzische Innenministerium in Mainz bestätigte. Die US-Armee wolle den Standort aber künftig anderweitig nutzen. Derzeit sind in der Kleinstadt rund 5.000 amerikanische Soldaten stationiert. Das US-Verteidigungsministerium hatte erst vor anderthalb Wochen mitgeteilt, dass zwei schwere Armeebrigaden aus Europa verlegt würden, ohne jedoch genaue Details zu nennen. Die US-Armee soll in den kommenden zehn Jahren aus Kostengründen von derzeit 570.000 auf 490.000 Soldaten verkleinert werden.

Veröffentlicht in: Politik

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