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Salafisten dürfen keine Korane verteilen

vom 13.04.2012 um: 15:19 Uhr | Quelle: dpa

Mainz (dapd-rps). Anhänger der radikal-islamischen Strömung des Salafismus wollen am Samstag (14. April) in Rheinland-Pfalz kostenlos Korane verteilen. Ursprünglich wollte die vom Verfassungsschutz beobachtete Gruppe sowohl in der Mainzer als auch in der Ludwigshafener Fußgängerzone Infostände errichten, wie auf der Internetseite des Veranstalters zu lesen ist. Weil der Antrag auf Genehmigung erst in dieser Woche und damit zu kurzfristig bei der Stadt Ludwigshafen einging, dürfen dort nach Angaben einer Sprecherin keine Korane verteilt werden.

In Mainz wurde der Antrag rechtzeitig eingereicht und eine Genehmigung für den Neubrunnenplatz erteilt. Jedoch mit der Auflage, keine Werbung für sich selbst oder andere Islam-fundamentalistische oder extremistische Gruppierungen oder Personen machen zu dürfen. Hinter der Koran-Verteilaktion stehen Anhänger des Kölner Predigers Ibrahim Abou-Nagie. “Den Koran zu verschenken ist nicht problematisch, problematisch ist die Gruppe, die dahintersteht”, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Freitag in Mainz.

Ziel der Aktion sei nicht etwa die an sich nicht zu beanstandende Verteilung des Korans. “Die Aktion muss vielmehr als Teil der salafistischen Propaganda gesehen werden, um einerseits junge Muslime zu indoktrinieren und Nichtmuslime bei der Verteilung mit dem Ziel der Anwerbung anzusprechen”, heißt es aus dem Innenministerium.

Radikalislamische Salafisten hatten in den vergangenen Tagen nach kritischen Berichten über ihre Koranverteilung Journalisten der “Frankfurter Rundschau” und des Berliner “Tagesspiegel” bedroht. Nach Angaben des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) hatten sie in einem inzwischen gesperrten Video im Internet angekündigt, persönliche Daten der Journalisten zu veröffentlichen. Diese seien zudem als “Affen und Schweine” beschimpft worden.

Die Ulmer Druckerei “Ebner & Spiegel” stellte derweil die Produktion der für die kostenlose Verteilung vorgesehenen Korane ein. Das Mutterunternehmen habe erst aufgrund der Medienberichterstattung von der Aktion erfahren, sagte ein Sprecher der Tageszeitung “Die Welt” (Donnerstagausgabe). “Wir drucken nichts, was extrem im Sinne von islamistisch ist.” Das Unternehmen habe sich auf der sicheren Seite gefühlt, da es nicht gewusst habe, für welche Zwecke die Bücher bestimmt worden seien.

Veröffentlicht in: Politik | Schlagworte:

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