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Eisbrecher kapitulieren vor Rügen an 1,50 Meter hohen Eisbarrieren

vom 09.02.2012 um: 17:10 Uhr | Quelle: dapd
Stadtgeschehen Stralsund Eisbrecher kapitulieren vor Rügen an 1,50 Meter hohen Eisbarrieren

Stralsund (dapd-lmv). Bis zu 1,50 Meter hohe Eisverwerfungen im Seegebiet östlich der Insel Rügen haben am Donnerstag die gesamte Schifffahrt vor der vorpommerschen Ostseeküste zum Erliegen gebracht. Nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Stralsund können die Barrieren gegenwärtig nicht mehr von den im Einsatz befindlichen Eisbrechern geknackt werden. Von der witterungsbedingten Einstellung der Schifffahrt seien die Häfen Greifswald-Ladebow, Vierow, Lubmin, Stralsund und Wolgast betroffen.

Ein Nordoststurm der Stärke 9 bis 10 habe im sogenannten Landtief östlich der Halbinsel Mönchgut die Eisschollen übereinandergetürmt, sagte der Leiter der Revierzentrale Rostock-Warnemünde, Klaus-Peter Nitsch. Dem mit 4.600 PS stärksten Eisbrecher “Arkona” sei es gegen Mittag zwar noch einmal gelungen, ein russisches Flussseeschiff vom Hafen Ladebow in die eisfreie See zu eskortieren. “Als am Nachmittag jedoch ein zweiter Frachter von Ladebow nach durch das Eis gebracht werden sollte, mussten wir vor den Naturgewalten kapitulieren”, sagte Nitsch. Das Schiff sei inzwischen in den sicheren Hafen Vierow am Greifswalder Bodden gebracht worden.

Abrupt endete auch die Fahrt des eisbrechenden Tonnenlegers “Görmitz”, der am Donnerstag zwei Schiffe von Wolgast durch den zugefrorenen Peenestrom begleitet hatte. In Höhe der sogenannten Knackrückenrinne am Ausgang zum Greifswalder Bodden musste die Fahrt abgebrochen werden. Die beiden Schiffe wurden zunächst auf Reede vor Peenemünde gebracht. Sie kehrten zum Hafen Wolgast zurück.

Von dem Eiseinschluss betroffen sind mindestens acht Frachter, darunter die deutsche “Chris Tho” in Greifswald, die niederländische “Eems Chrystal” in Lumbin und die norwegische “Lisbeth” in Wolgast. Darüber hinaus befinden sich inzwischen mehrere Schiffe vor Sassnitz auf Reede. Wann sie ihre Fahrt zu Vorpommerns Häfen fortsetzen sei derzeit ungewiss, sagte ein WSA-Sprecher.

“Wir hoffen jetzt, dass der Wind wieder dreht und ein Teil des Eises abdriftet”, sagte Nitsch. Nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ist aber bis Montag an den Luvküsten mit weiteren Aufschiebungen zu rechnen. Das Eis werde weiter südwestwärts treiben, kündigte Nataija Schmelzer vom Eisdienst in Rostock an. Nur in einigen Bereichen werde die dünnere Eisdecke durch Wasserstandsschwankungen aufbrechen. Danach werde eine weitere Zunahme des Eises erwartet.

Veröffentlicht in: Stadtgeschehen

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