Stuttgart

in Nachrichten
zurück

Warnstreiks im öffentlichen Dienst – Am Dienstag wird in Baden-Württemberg gestreikt

vom 19.03.2012 um: 11:54 Uhr | Quelle: Redaktion meinestadt.de aktuell

Stuttgart – Weil die Tarifgespräche in der letzten Woche geplatzt sind, ruft die Gewerkschaft ver.di in dieser Woche zu einer zweiten Welle von Warnstreiks auf. Damit wollen laut der Gewerkschaft die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen für spürbar mehr Geld kämpfen. Am morgigen Dienstag soll unter anderem Baden-Württemberg – insbesondere Heilbronn – lahmgelegt werden.

„Ob in Kitas, bei der Müllabfuhr, in Stadtwerken oder kommunalen Krankenhäusern – die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes fühlen sich vom Angebot der Arbeitgeber provoziert. Zwei weitere Jahre mit Reallohnverlusten sind nicht hinnehmbar. Die Antwort auf diese Zumutung kommt jetzt aus den Betrieben“, sagte am Freitag Frank Bsirske, Vorsitzender von ver.di. Dagmar Schorsch-Brandt, stellvertretende ver.di Landesbezirksleiterin: „Wir haben das Angebot der Arbeitgeber verstanden: Geschenkt gibt es nichts. Deswegen werden auch in Baden-Württemberg in den kommenden Tagen Erzieherinnen und Müllwerker, Busfahrer und Krankenpflegerinnen für einen gerechten Anteil am kräftig gewachsenen Kuchen kämpfen.“

Insbesondere die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Heilbronn sind am kommenden Dienstag laut ver.di zum Warnstreik aufgerufen. Damit reagiert die Gewerkschaft auch in Baden-Württemberg auf das „in jeder Beziehung unzureichende“ Angebot der Arbeitgeber. Weitere Warnstreiks in der kommenden Woche sind in Vorbereitung. Der Abschluss der zweiten Streikwelle wird am 26. März in Stuttgart eine zentrale Kundgebung mit Bsirske sein.

Zum Auftakt in Heilbronn werden sich Beschäftigte aller Bereiche beteiligen. Auch der Nahverkehr wird bestreikt. Alle Busse sammeln sich ab 8:45 bis nach der Kundgebung in der Innenstadt. Die Uhrzeit wurde so gewählt, um den Abiturienten den Weg an die Schulen noch zu ermöglichen. Ausgenommen vom Streikaufruf sind außerdem die Friedhöfe. Der Demonstrationszug startet um ca. 9:20 Uhr ab dem Gewerkschaftshaus, die Kundgebung findet ab ca. 9:45 vor der Harmonie (Allee) mit der ver.di Landesbezirksleiterin Leni Breymaier (Uhrzeiten vorläufig) statt.

Von den ganztägigen Streiks sind mehrere Städte und Kommunen betroffen: Kindertagesstätten, die Bundeswehr, das Wasser- und Schifffahrtsamt, die Heilbronner Versorgungs GmbH, die SLK Kliniken (es gibt nur Notdienste, die Blutspendezentrale, ambulante Behandlungen sowie die stationäre und ambulante Versorgung von Tumorpatienten ist ausgenommen) werden sich beteiligen.

Was fordert ver.di?
Die Gewerkschaft fordert für die rund zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen Gehalts- und Besoldungssteigerungen von 6,5 Prozent. Als soziale Komponente soll die Erhöhung mindestens 200 Euro monatlich betragen. Außerdem verlangt ver.di die unbefristete Übernahme der Auszubildenden und eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 100 Euro monatlich.

Die nächste Gesprächsrunde findet am 28. und 29. März in Potsdam statt. Sollte es dann wieder keine Einigung geben und von Arbeitgeberseite am darauffolgenden Morgen noch kein akzeptables Angebot präsentiert werden, wird nach Norbert Hocke, Leiter des Vorstandsbereichs Jugendhilfe und Sozialarbeit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), „aller Voraussicht nach eine Urabstimmung eingeleitet“. Dies gab er gegenüber FOCUS Online zu Protokoll.

Wo wird wann voraussichtlich gestreikt?
Der Warnstreikauftakt mit ganztägigen Arbeitsniederlegungen findet am Montag in Niedersachsen und Bremen statt. Am Dienstag geht es dann im Süden weiter: In Bayern sind praktisch alle Regionen von Arbeitsniederlegungen betroffen. In München wird unter anderem Bsirske auf einer Streikkundgebung sprechen. In Baden-Württemberg wird am gleichen Tag Heilbronn im Mittelpunkt der Warnstreiks stehen. Außerdem wird in Hessen landesweit in allen Bereichen des öffentlichen Dienstes gestreikt. Am Mittwoch wird der öffentliche Dienst in Nordrhein-Westfalen ganztägig bestreikt. Für die Hauptstadt werden die Warnstreiks in der kommenden Woche zurzeit vorbereitet. Am Donnerstag gerät der Osten Deutschlands in den Fokus unter anderem mit einer Aktion in Potsdam. Gestreikt wird zudem in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Am nächsten Montag, den 26. März 2012, wird der Schwerpunkt der Warnstreiks in Baden-Württemberg liegen.

Veröffentlicht in: Vereine, Verkehr, Wirtschaft | Schlagworte: , ,

Vielen Dank!

All form fields are required.

Ihre Beschwerde

Vielen Dank!

Kommentare werden geladen ...