“Räuber Hotzenplotz” alias “Wang-do-duk Ho-tzen-pl-o-tz” wird 50
Stuttgart (dapd). Auf Koreanisch ist er unter dem Namen “Wang-do-duk Ho-tzen-pl-o-tz” bekannt – in Deutschland treibt er als “Räuber Hotzenplotz” sein Unwesen. Die weltweit beliebte Kinderbuchfigur von Autor Otfried Preußler feiert in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag. Der Räuber mit der Pfefferpistole sei noch heute bei Kindern beliebt, sagte der Direktor der Württembergischen Landesbibliothek, Hannsjörg Kowark, am Dienstagabend anlässlich der Eröffnung einer Sonderausstellung in Stuttgart. In Zeiten des Rückgangs der Lesekultur sei das dem Autor hoch anzurechnen. Die Erstausgabe der Kasperlgeschichte erschien am 1. August 1962.
Die Schau mit vielen fremdsprachigen Buchexemplaren in der Landesbibliothek hebt das weltweite Renommee des Gauners hervor. Eröffnet wurde sie vor mehr als 100 Gästen im Beisein der Tochter des Hotzenplotz-Erfinders, Susanne Preußler-Bitsch. “Für mich ist der Räuber solange ich denken kann ein Teil der Preußler-Familie”, beschrieb sie ihre Beziehung zum “Hotzenplotz”.
Gemeinsam mit dem Thienemann Verlag, in dem Preußlers Werke veröffentlicht sind, hat die Bibliothek die Schau mit 300 Exponaten rund um die drei Bände “Der Räuber Hotzenplotz”, “Neues vom Räuber Hotzenplotz” und “Hotzenplotz 3″ konzipiert. Neben fremdsprachigen Ausgaben werden auch farbige Illustrationen des Grafikers Mathias Weber ausgestellt, die er für neue Sonderausgaben gefertigt hat. Damit ist die Räuber-Geschichte im Handel erstmals in Farbe zu kaufen.
Der 88 Jahre alte Erfolgsautor Preußler lebt im bayerischen Chiemgau und tritt nicht mehr öffentlich auf. Er freue sich aber sehr, dass “sein alter Freund so ein schönes neues buntes Gewand” habe, sagte seine Tochter. Die Schau “50 Jahre Der Räuber Hotzenplotz” ist bis zum 15. September zu sehen – der Eintritt ist frei.
Die drei Bände über den Gauner verkauften sich den Angaben des Verlags zufolge mehr als 7,5 Millionen Mal – allein fünf Millionen Mal in Deutschland. Die Bücher erschienen in mehr als 30 Sprachen. Jährlich werden 60.000 Bände verkauft.
(Link zur Ausstellung: http://url.dapd.de/fnGSJ8 )
Veröffentlicht in: Kultur
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