Großfamilie als Mietnomade: Vermieter um Zehntausende Euro betrogen
Trier/Schneverdingen (dapd-hes). Eine achtköpfige Großfamilie hat über Jahre hinweg alle zwei bis drei Wochen ihren Wohnsitz gewechselt und deutschlandweit Vermieter um Zehntausende Euro geprellt. Jetzt spürten Fahnder die Mietnomaden – einen Mann, zwei Frauen und fünf Kinder- im norddeutschen Schneverdingen (Lüneburger Heide) auf, der Vater sitzt in Untersuchungshaft, wie die Trierer Polizei am Mittwoch mitteilte. Mehrere Staatsanwaltschaften hatten den Mann per Haftbefehl gesucht.
Allein in der rheinland-pfälzischen Vulkaneifel zog die Familien binnen kurzer Zeit sieben Mal um. Mehrere Haus- und Wohnungsbesitzer, die auf 10.000 Euro Miete warteten, erstatteten Anzeige wegen Betrugs. Auch in Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen fiel der Mann, der bei jedem Umzug seinen Familiennamen wechselte, einschlägig auf.
Der Leiter der Polizei Daun (Kreis Vulkaneifel), Heinz-Peter Thiel, sagte, der Familienvater habe sich einige Male als “Dr. Abdul” ausgegeben und beim Anmieten zunächst mit “dicken Geldbündeln” eine Anzahlung geleistet. Dann aber sei die Familien plötzlich abgetaucht, ohne den Vertrag zu kündigen. Es sei davon auszugehen, dass weitaus mehr Vermieter seit mindestens Ende 2009 betrogen wurden als bislang bekannt sei. Die Staatsanwaltschaft habe daher entsprechende Ermittlungen eingeleitet.
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