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Arbeitslosenquote steigt im Januar saisonbedingt

vom 31.01.2012 um: 14:03 Uhr | Quelle: dapd
Wirtschaft Wandlitz Arbeitslosenquote steigt im Januar saisonbedingt

Potsdam (dapd-lbg). Die Zahl der Arbeitslosen in Brandenburg ist im Januar erneut leicht gestiegen. Es waren 151.491 Arbeitslose gemeldet – 15.595 mehr als im Vormonat, aber 11.314 weniger als vor einem Jahr, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mitteilte. Damit lag die Arbeitslosenquote mit 11,3 Prozent um 1,1 Prozentpunkte über der des Vormonats, aber um 0,9 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Die Zahl älterer Arbeitsloser zwischen 50 und unter 65 Jahren stieg zum Vormonat um 5.046, sank aber im Vergleich zum Januar 2011 um 1.301 auf 55.667. Bei den jüngeren Arbeitslosen zwischen 15 und 25 Jahre registrierte die Agentur einen Anstieg gegenüber dem Vormonat um 1.520, aber einen Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat um 2.300 auf 12.830 Personen.

In der Region Berlin-Brandenburg wurden 379.679 Arbeitslose gemeldet. Das waren 30.880 mehr als im Vormonat und 20.864 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 12,4 Prozent und lag damit einen Punkt höher als im Dezember 2011 und 0,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Der Chef der Regionaldirektion, Dieter Wagon, führte die Entwicklung in Brandenburg auf übliche saisonale Effekte zurück. Im Januar zeige der Winter erfahrungsgemäß deutliche Wirkung auf dem Arbeitsmarkt. Die wirtschaftliche Entwicklung in Brandenburg sei aber weiterhin stabil. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liege weiter deutlich über dem Vorjahr. Im November waren den Angaben zufolge 775.000 Brandenburger sozialversicherungspflichtig beschäftigt – 12.600 mehr als ein Jahr zuvor.

Auch SPD-Arbeitsmarktexperte Detlef Baer hält den Brandenburger Arbeitsmarkt für robust. Er forderte von der Wirtschaft ein Umdenken, um den steigenden Fachkräftebedarf mit qualifizierten Beschäftigten decken zu können. Wer Fachkräfte sichern wolle, müsse unbefristete Arbeitsverträge und faire Löhne anbieten.

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linksfraktion, Andreas Bernig, mahnte eine Revision der Arbeitsmarktstatistik an. Unter anderem würden Menschen mit privaten Arbeitsvermittlern nicht als Arbeitslose gezählt. Auch Kranke oder Ein-Euro-Jobber tauchten nicht in der Statistik auf. Es sei endlich Ehrlichkeit notwendig.

Nach Ansicht von CDU-Expertin Roswitha Schier wirken sich die Konjunktur und die zunehmende Nachfrage nach Fachkräften positiv auf den Arbeitsmarkt in Brandenburg aus. Die Arbeitsmarktprogramme müssten der neuen Situation angepasst werden. Sie seien entsprechend der Nachfrage in den Unternehmen auszurichten, um insbesondere den Langzeitarbeitslosen die Chance auf einen Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt zu geben.

Veröffentlicht in: Wirtschaft | Schlagworte: ,

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