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Mitteldeutsche Kommunen haben Katzenpopulation unter Kontrolle

vom 29.01.2012 um: 12:22 Uhr | Quelle: dapd

Magdeburg/Erfurt/Dresden (dapd-lsc). Kommunen in Sachsen und Thüringen drängen auf eine Kastrationspflicht von frei lebenden Katzen. In Sachsen-Anhalt wird derweil der Ruf von Tierschützern nach mehr Unterstützung durch die Städte und Gemeinden laut. Die Gefahr einer Katzenplage durch herrenlose Tiere werde dennoch nicht gesehen, ergab eine dapd-Umfrage unter Städten. In Sachsen-Anhalt halten die Kommunen und Tierschützer die gegenwärtige Situation für beherrschbar.

“Wir appellieren an den Freistaat Sachsen und die Kommunen, dem Beispiel anderer Regionen zu folgen”, sagte Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund der Nachrichtenagentur dapd. “Das wäre das wirkungsvollste Instrument, um dem Elend der Straßenkatzen entgegenzuwirken. “In den sächsischen Städten und Gemeinden besteht derzeit keine Pflicht für Halter von Katzen, ihre Tiere kastrieren zu lassen.

Frei lebende Katzen werden in den drei sächsischen Großstädten Leipzig, Dresden und Chemnitz mit finanzieller Unterstützung der Kommunen kastriert. Die Stadt Leipzig wendet nach ihren Angaben jährlich eine “fünfstellige Summe” dafür auf.

In Sachsen-Anhalt haben die Kommunen zunehmend weniger Geld für die Kastration frei lebender Katzen. Halle beispielsweise zahlt seit dem vergangenen Jahr kein Geld an die drei Tierschutzvereine der Stadt, damit diese die Katzen kastrieren lassen können. Bislang waren es 10.000 Euro jährlich.

In Dessau würden an den von den Tierschutzvereinen betriebenen Futterstellen frei lebende Katzen eingefangen und kastriert, erklärt Amtstierarzt Thomas Moeller. Auf diese Weise könne die unkontrollierte Vermehrung eingedämmt werden. Die Kosten dafür trügen die Vereine. Zuschüsse durch die Stadt gebe es seit den 1990er Jahren nicht mehr.

In Thüringen wird beispielsweise in Erfurt durch flächendeckende Kastrationen die Population seit mehr als 20 Jahren auf niedrigem Niveau gehalten. Die Stadt Weimar bemüht sich um eine Kastrationspflicht, auch in Gera wird eine solche Vorschrift für nötig gehalten. Bislang müssen Katzen weder in Erfurt, Jena, Gera oder Weimar kastriert werden. Dennoch hat es in Erfurt in den vergangenen 22 Jahren durch den Tierschutzverein 5.650 Katzenkastrationen gegeben.

In Einzelfällen nehmen sich Bewohner der streunenden Tiere an und geben ihnen Futter. Das ist jedoch aus Sicht der zuständigen Veterinärämter schlecht für die Tiere. Aus diesem Grund gibt es allein in Erfurt 17 offizielle Futterstellen, die vom Tierschutzverein kontrolliert werden.

Veröffentlicht in: Stadtgeschehen, Tiere

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