Rheinland-Pfalz verzeichnet saisonbedingt mehr Arbeitslose
Saarbrücken/Mainz (dapd-rps). Saisonbedingt ist die Zahl der Arbeitslosen im Januar in Rheinland-Pfalz gestiegen. 117.800 Menschen waren offiziell ohne Job, das sind 13.400 oder 12,8 Prozent mehr als im Dezember, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur am Dienstag in Saarbrücken mitteilte. Im Januar wurden jedoch 8,1 Prozent weniger Arbeitslose gezählt als im Vorjahresmonat. Der Anstieg auf Monatssicht blieb damit hinter dem langjährigen Durchschnitt zurück.
Die rot-grüne Landesregierung erklärte, Rheinland-Pfalz habe nach wie vor die drittniedrigste Arbeitslosenquote im Vergleich der Bundesländer. Die Quote stieg den Angaben zufolge um 0,6 Punkte auf 5,6 Prozent. Im Januar 2011 hatte sie bei 6,1 Prozent gelegen.
Als Grund für die Zunahme werden jahreszeitliche Einflüsse und das Auslaufen von Verträgen zum Jahresende genannt. Grundsätzlich sei der Arbeitsmarkt aber stabil. Der Statistik zufolge meldeten sich in den vergangenen vier Wochen 19.000 Menschen nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos. Das waren 7.200 mehr als im Dezember.
Vor allem aus dem Baugewerbe, der Steinindustrie, dem Logistikbereich und dem Handel meldeten sich mehr Beschäftigte arbeitslos. Die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern fiel mit 6.400 neuen Stellen etwa gleich stark aus wie vor einem Jahr. Zur Monatsmitte waren noch 20.700 Stellen zu besetzen, 4.300 oder 25,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Nach Einschätzung der Chefin der Regionaldirektion, Heidrun Schulz, hält die positive Grundstimmung am Arbeitsmarkt an. Allerdings sei in den nächsten Wochen und Monaten nur noch mit einer gedämpften Aufwärtsentwicklung zu rechnen.
Ministerpräsident Kurt Beck und Arbeitsministerin Malu Dreyer (beide SPD) sehen besonders in den Gesundheits- und Pflegeberufen gute Chancen für Arbeitslose. “Mit dem demografischen Wandel geht eine wachsende Zahl älterer und pflegebedürftiger Menschen einher”, erklärten sie in Mainz. Dadurch steige auch der Bedarf an professionellen Pflegekräften. Ziel sei es daher, möglichst viele Menschen für einen Beruf in der Pflege zu interessieren und zu qualifizieren. Dies gelte auch für Langzeitarbeitslose.
Den Regierungsangaben zufolge werden in diesem Jahr in elf Projekten 150 Teilnehmer ein Jahr lang für die Ausbildung zum Altenpfleger oder Altenpflegerhelfer vorbereitet. Vor diesem Hintergrund kritisierten Beck und Dreyer erneut Pläne der Europäischen Union, nach der die Ausbildung erst nach zwölf Schuljahren erlaubt werden soll.
Veröffentlicht in: Wirtschaft | Schlagworte: Arbeitslosenzahl, Arbeitsmarkt
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