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Seniorenstudium in Sachsen weiter sehr gefragt

vom 17.01.2012 um: 12:48 Uhr | Quelle: dapd
Bildung Zittau Seniorenstudium in Sachsen weiter sehr gefragt

Dresden (dapd-lsc). Lehrangebote für Senioren stoßen in Sachsen weiterhin auf großes Interesse. Allein in den Universitätsstädten Dresden, Leipzig und Chemnitz sind im laufenden Wintersemester rund 2.000 Rentner eingeschrieben, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dapd ergab. Das sind in etwa so viele wie im vergangenen Wintersemester. Allerdings hält der Chemnitzer Bildungsexperte Roland Schöne das Angebot im ländlichen Raum für unzureichend. Dort gebe es kaum Angebote.

In Dresden sind an der dortigen Seniorenakademie aktuell 780 Hörer eingeschrieben. Diese Initiative organisiert Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit Hochschulen, Museen und anderen Einrichtungen. Das Seniorenkolleg an der TU Chemnitz zählt bei der wöchentlichen Großvorlesung rund 700 Teilnehmer und bei Exkursionen bis zu 200. Das Seniorenstudium der Universität Leipzig nutzen derzeit rund 550 Menschen.

Das aktuelle Angebot der Seniorenakademie in Dresden umfasst wie in den vergangenen Jahren rund 450 Veranstaltungen. Die Universität Leipzig ermöglicht Senioren die Teilnahme an 260 Vorlesungen und Seminaren. Hinzu kommen an beiden Standorten Kurse und Exkursionen. Neu ist in Leipzig zum Beispiel ein Tschechisch-Kurs für Anfänger. Auch Chemnitz bietet Hörern zusätzlich zu der wöchentlichen Großvorlesung Kurse und Exkursionen zu verschiedenen Themen an.

Auf allgemein großes Interesse stoßen Lehrveranstaltungen zu den Themen Gesellschaft, Geschichte und Kunst. Stark nachgefragt sind und bleiben auch Computerkurse, wie die Sprecherin der Dresdner Seniorenakademie, Ingrid Höhnel, sagte.

Dass das Seniorenstudium in diesen drei sächsischen Universitätsstädten erfolgreich läuft, hält der Chemnitzer Bildungsexperte Roland Schöne für keine ausreichende Erfolgsbilanz im Freistaat. “Es entwickelt sich zu wenig”, sagte der Wissenschaftliche Leiter des Seniorenkollegs an der TU Chemnitz. Unter seiner Initiative ist der Aufbau des Seniorenangebots an der Hochschule Zittau/Görlitz sowie an der Bürgerakademie Breitenbrunn im Erzgebirge vorangetrieben worden. Schöne zufolge wird aber vielerorts außerhalb der Ballungszentren noch zu wenig getan. “Wir benötigen dringend mehr Bildungsangebote im ländlichen Raum”, sagte er.

Schöne kritisierte auch, dass sich an den Universitäten immer weniger aktive Professoren um das Seniorenstudium kümmerten. Zunehmend häufiger schrieben Kollegen im Bereich der Weiterbildung das Programm fort. Schöne selbst ist emeritierter Professor.

Die Kosten für die Teilnahme sind unterschiedlich: In Leipzig fallen für ältere Studierende gegenwärtig pauschal 40 Euro pro Semester an. Dieser Betrag ist unabhängig von der Zahl der belegten Lehrveranstaltungen und kann für Arbeitslose und Sozialschwache ermäßigt oder erlassen werden. In Chemnitz kostet der Besuch der wöchentlichen Großvorlesung pro Semester 17 Euro. Bei belegten Kursen werden pro Semester 20 bis 30 Euro extra fällig. An der Dresdner Seniorenakademie beträgt die Hörergebühr pro Semester 30 Euro, plus spezielle Kurse, Führungen, Exkursionen.

Veröffentlicht in: Bildung

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