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Edertal - Erneuter Betrug durch Schockanrufe, Polizei bittet um Hinweise

Korbach (ots) - Am Dienstagnachmittag kam es im Raum Bad Arolsen zu mehreren erfolglosen Versuchen von Betrügern, die den angerufenen Menschen vorgaukeln wollten, dass sie eine Kaution für ihren Sohn oder ihre Tochter hinterlegen müssten. Während die bekannt gewordenen Anrufe in Bad Arolsen allesamt nicht zu einer Geldübergabe führten, da die Angerufenen die Betrugsversuche durchschauten, wurde eine Frau aus dem Edertal am Dienstag Opfer von Betrügern. Sie übergab über 10.000 Euro Bargeld und wertvollen Schmuck an die Täter. Die Polizei bittet um Hinweise.

In der Zeit von etwa 13.20 bis 14.30 Uhr kam es im Raum Bad Arolsen zu mindestens fünf Anrufen von Betrügern. Sie erzählten alle eine ähnliche Geschichte. Sie stellten sich als Polizisten vor und erklärten den Angerufenen, überwiegend ältere Frauen, dass ihr Kinder einen schweren Unfall hatten, bei dem es auch Tote gegeben habe. Damit ihr Sohn oder ihre Tochter nicht in das Gefängnis müssen, sollten die Angerufenen eine Kaution bezahlen, die geforderte Summe schwankte zwischen 20.000 und 35.000 Euro. Die Angerufenen reagiert alle richtig: Sie legten auf, riefen teilweise ihre Kinder an und ließen sich bestätigen, dass die Geschichte der Anrufer nicht stimmte. Anschließend verständigten sie die Polizei. In einem Fall war eine ältere Frau so geschockt, dass sie einfach auflegte und sofort den Notruf der Polizei (110) wählte.

Nicht so glimpflich kam eine 78-jährige Frau aus dem Edertal davon:

Am Dienstag erhielt sie ab etwa 10.30 Uhr zahlreiche Anrufe der Betrüger. Zuerst meldete sich eine aufgeregt wirkende Frau, die berichtete, dass sie bei Fritzlar einen Unfall hatte und nun bei der Polizei Kassel sei. Die Anruferin übergab das Telefon an einen Mann, der sich als Hauptwachtmeister Meier vorstellte. In einem seriös wirkenden Telefonat schilderte er der Seniorin, dass Ihre Schwiegertochter einen Unfall hatte, bei dem eine Radfahrerin zu Tode gekommen sei. Damit ihre Schwiegertochter nicht in das Gefängnis müsse, solle sie eine Kaution von mindestens 30.000 Euro bezahlen. Die schockierte Seniorin sagte auf Nachfrage, dass sie nicht so viel Geld zuhause habe, sie könne aber wenigstens etwas abheben und habe auch Schmuck. Sie wurde nun aufgefordert, das Geld abzuheben, das Telefon aber nicht aufzulegen und keinem von der Sache zu erzählen, da ihre Schwiegertochter ansonsten im Gefängnis bleiben müsse. Die Frau hob über 10.000 Euro bei einer Bad Wildunger Bank ab und setzte anschließend das Gespräch mit dem Betrüger fort.

Dieser erklärte nun, dass das Geld und der Schmuck von einem "Herrn Kowalski" bei ihr abgeholt werden. Gegen 13.15 Uhr erschien dann auch der angebliche "Herr Kowalski" bei der Frau und übernahm einen Beutel mit dem Bargeld und den Wertsachen.

Erst am Abend wurde der Frau klar, dass sie auf Betrüger hereingefallen war. Sie hatte ihrem Sohn davon berichtet, der sofort die Polizei verständigte.

Den angeblichen "Herr Kowalski" konnte die Frau wie folgt beschreiben:

Etwa 40 bis 45 Jahre alt,

etwa 170 cm groß, dunkle Haare, schlanke Gestalt, vermutlich Osteuropäer, bekleidet mit dunkler Jacke mit weißen Längsstreifen, trug einen blaugrauen Rucksack.

Die Kriminalpolizei Korbach bittet um Hinweise.

Zeugen, die die Übergabe des Geldes beobachtet haben oder sonstige Hinweise auf den Täter oder ein möglicherweise von ihm genutztes Fahrzeug geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 05631/9710 bei der Kriminalpolizei Korbach zu melden.

Dirk Richter

Kriminalhauptkommissar

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Nordhessen Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg Pommernstr. 41 34497 Korbach Pressestelle Telefon: 05631/971 160 oder -161 Fax: 05631/971 165 E-Mail: pp-poea-korbach-ast.ppnh@polizei.hessen.de http://www.polizei.hessen.de

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