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Betrüger geben sich am Telefon als "Polizeibeamte" aus; in einem Fall erbeuten Betrüger 6000 Euro

Tobias Arhelger / Adobe Stock

Eschwege (ots) -

Polizei Eschwege

Am Sonntagabend und Montagmorgen sind wieder unbekannte Telefonbetrüger mittels der Masche "falsche Polizeibeamte" an ihre Opfer herangetreten. In einem Fall gelang es den Tätern leider, ihr 82-jähriges weibliches Opfer um den Finger zu wickeln und in der Folge einen Geldbetrag zu ergaunern. Die Polizei warnt aus gegebener Veranlassung vor der Betrugsmasche und gibt Tipps.

>>> Betrüger blitzen bei 80-jährigem Opfer ab

Zunächst hatten Betrüger am Sonntagabend erfolglos versucht, eine 80-jährige Frau aus Hessisch Lichtenau per Telefon auszutricksen. Gegen 20.30 Uhr hatten sich die Betrüger in dem Telefonat als Angehörige der Polizei ausgegeben und mitgeteilt, dass man in der Wohngegend der Frau zwei rumänische Einbrecher festgenommen haben. Zwei weitere Komplizen seien allerdings noch freien Fuß und ebenfalls in der Wohngegend unterwegs. Aufgefundene Unterlagen bei den festgenommenen Einbrechern ließen nun den Schluss zu, dass die 80-Jährige auch als vermeintliches Einbruchsopfer auserkoren sei. Auf mehrere vehementen Nachfragen, ob die Frau denn über Wertgegenstände z.B. Schmuck o.ä. verfüge, die nun in Sicherheit zu bringen wären, beendete die Rentnerin letztlich das Gespräch mit dem Hinweis, keine derartigen Gegenstände zu besitzen.

>>> 82-Jährige übergibt gutgläubig Bargeld an Betrüger

Am Montagmorgen sind Telefonbetrüger mit der gleichen Masche auch an eine 82-jährige Rentnerin aus Witzenhausen herangetreten. Zunächst meldete sich eine vermeintliche Polizistin mit dem Namen "Meier", angeblich von der Polizei in Hann. Münden. Die Anruferin tischte der Seniorin die gleiche Hintergrundgeschichte mit zwei festgenommenen Einbrechern auf. Später übernahm noch ein Hauptkommissar "Schmidt" die weitere Gesprächsführung und begann die Seniorin nach ihren Vermögenswerten auszuhorchen. Da die Rentnerin mitteilte, keine Vermögenswerte zu Hause zu haben und ihr Geld auf der Bank aufzubewahren, gaben die Anrufer weiter vor, dass im Zuge der Einbrecher-Festnahme auch ein Bankmitarbeiter ins Visier der polizeilichen Ermittlungen geraten sei. Dieser sei ein Komplize der Einbrecher und in diesem Zusammenhang ginge es auch um Falschgeldermittlungen. Durch eine weitere geschickte Gesprächsführung gelang es den Betrügern schließlich die 82-Jährige zu überreden, einen Geldbetrag von 6000 Euro bei ihrem Kreditinstitut abzuheben. Das Geld sollte einer "Falschgeldprüfung" unterzogen werden. Dazu kündigten die Telefonbetrüger einen Herrn "Bauer" von der Kripo Witzenhausen an, der das Geld dann im Empfang nehmen würde. Nach Anschluss der Prüfung würde man sich nochmals telefonisch melden und die Rückgabe des Geldes vereinbaren. Nachdem die Seniorin auf die Geschichte eingegangen war in dem Glauben, zu Klärung der polizeilichen Ermittlungen beizutragen, übergab die Frau zwischen 10.20 Uhr und 10.30 Uhr den Briefumschlag mit dem Geld gutgläubig an den vermeintlichen Herrn "Bauer". Der versprochene "Rückruf" blieb aus und als die Seniorin den Fall ihrer Tochter schilderte und diese daraufhin eine Kontaktaufnahme bei der Polizei in Witzenhausen initiierte, kam der Betrug ans Licht.

>>> Fachkommissariat für Betrug in Eschwege bittet um Zeugenhinwiese nach Geldübergabe

Die Kriminalpolizei in Eschwege hat nun die weiteren Ermittlungen übernommen und bittet in dem Zusammenhang um Hinweise aus der Bevölkerung zu der beschriebenen Person des "Geldabholers".

Dieser wird als blonder junger Mann, ca. 170-175 cm groß und vom Alter her mit Mitte 20 beschrieben. Der Mann soll zivile Kleidung, eine kurze helle Hose, ein weißes T-Shirt und helle Sneaker-Schuhe getragen haben. Der Mann trug zudem eine FFP 2 Maske und war fußläufig im Bereich des Übergabeortes in der Straße "Oberer Höhenweg" in Witzenhausen unterwegs.

Insbesondere wäre für die Ermittler hier auch von Bedeutung, ob und inwiefern die Person später ein Fahrzeug genutzt hat.

Hinweise nimmt die Kripo in Eschwege unter der Nummer 05651/925-0 entgegen.

>>> Polizei gibt Tipps zur Betrugsmasche:

Am Telefon:

-Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt oder anruft. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben.

-Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.

-Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.

-Die Polizei wird am Telefon keine Vermögenswerte, Kontodaten o.ä. erfragen.

An der Tür:

-Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis.

-Wichtig: Lassen Sie ggfs. einen Besucher während der Überprüfung vor der abgesperrten Tür warten.

-Die Polizei wird Sie niemals bitten, ihnen Geldbeträge oder Wertgegenstände auszuhändigen.

-Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung und übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

-Wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt Informieren Sie sofort die Polizei unter der Notrufnummer 110 oder der jeweiligen Amtsleitung und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

-Wichtig bei Telefonkontakt: Beenden Sie zuerst ein verdächtiges Telefonat und wählen dann erst die Nummer, die sie herausgesucht haben.

Weitere Informationen erhalten Sie auch unter www.polizei-beratung.de

Polizeidirektion Werra-Meißner-Pressestelle-; PHK Först

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Nordhessen Polizeidirektion Werra-Meißner Niederhoner Str. 44 37269 Eschwege Pressestelle Telefon: 05651/925-123 E-Mail: poea.werra.meissner@polizei-nordhessen.de

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