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Top Meldung Polizeihauptkommissar Marko Otte, Beauftragter für Kriminalprävention der PI Göttingen. Quelle: Polizei Göttingen

08.01.2026 - 11:00 - Göttingen

(13/2026) "Schockanruf" in Geismar: Täter nutzten offenbar Traueranzeige - Gold im Wert von mehreren tausend Euro erbeutet

Göttingen (ots) - Göttingen, Ortsteil Geismar, Hainholzweg Mittwochnachmittag, 07. Januar 2026, gegen 17.15 Uhr GÖTTINGEN (ab) - Durch einen sogenannten "Schockanruf" ist am gestrigen Mittwochnachmittag (07.01.26) eine Seniorin aus dem Hainholzweg im Göttinger Ortsteil Geismar um Goldbarren und Goldmünzen im Gesamtwert von mehreren tausend Euro betrogen worden. Die Polizei ermittelt und bittet um Hinweise zu einer bislang unbekannten Abholerin. Nach bisherigen Erkenntnissen erhielt die Frau gegen 16.45 Uhr einen Anruf auf ihrem Festnetztelefon. Ein unbekannter Mann gab sich als Rechtsanwalt aus Hannover aus und schilderte, der Sohn der Seniorin habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem eine Radfahrerin tödlich verletzt worden sei. Um eine angeblich unmittelbar drohende Untersuchungshaft abzuwenden, müsse eine hohe Geldsumme als Kaution gezahlt werden. Im weiteren Verlauf erklärte sich der Anrufer mit der Annahme von Goldbarren und Goldmünzen einverstanden und kündigte an, eine Frau zur Abholung zu schicken. Etwa 20 bis 30 Minuten später, zwischen 16.45 Uhr und 17.15 Uhr, erschien eine bislang unbekannte Frau an der Wohnanschrift der Seniorin und nahm die Wertgegenstände entgegen. Erst zu einem späteren Zeitpunkt erkannte die Geschädigte den Betrug, erreichte Angehörige und ließ schließlich die Polizei verständigen. Die Abholerin wird wie folgt beschrieben: - weiblich - etwa 40 bis 50 Jahre alt - auffallend klein, normale Statur - trug eine Brille und eine Baskenmütze - bekleidet mit Mantel und Hose - führte eine flache Umhängetasche mit - sprach Hochdeutsch - mitteleuropäisches Erscheinungsbild Die Seniorin geht davon aus, dass die Täter gezielt persönliche Informationen aus einer Traueranzeige ihres kürzlich verstorbenen Ehemannes genutzt haben, da der Anrufer den Namen ihres Sohnes bereits kannte, ohne zuvor danach zu fragen. Die Polizei Göttingen bittet Zeuginnen und Zeugen, die am Mittwochnachmittag im Bereich des Hainholzwegs verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben oder Hinweise zur beschriebenen Frau geben können, sich unter der Telefonnummer 0551 / 491-2115 zu melden. Die weiteren Ermittlungen dauern an. Präventionshinweise der Polizei: Trotz regelmäßiger Warnungen der Polizei fallen insbesondere ältere Menschen immer wieder auf sogenannte Schockanrufe herein. Die Täter gehen dabei zunehmend gezielt und vorbereitet vor. Sie nutzen öffentlich zugängliche Informationen, etwa aus Traueranzeigen, um Vertrauen zu erzeugen und ihre Geschichten glaubwürdig wirken zu lassen. Emotionale Ausnahmesituationen - insbesondere Phasen der Trauer - werden dabei bewusst ausgenutzt. Die Polizei erneuert daher ihren dringenden Appell: "Rufen Sie bei solchen Anrufen immer zuerst Ihre Kinder oder Enkelkinder selbst an oder wenden Sie sich direkt an Ihre zuständige Polizeidienststelle, um zu überprüfen, ob es einen solchen Vorfall überhaupt gegeben hat. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Und ganz wichtig: In der deutschen Strafprozessordnung gibt es keine Kaution", betont Marko Otte, Beauftragter für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Göttingen. Um dieser Betrugsmasche entgegenzuwirken, bietet die Polizeiinspektion Göttingen seit Juli 2022 einen besonderen Präventionsservice für Seniorinnen und Senioren an. Neben Telefonverzeichnissen nutzen Täter zunehmend auch Zeitungsanzeigen und Online-Veröffentlichungen, um gezielt Informationen über Familienverhältnisse, Namen und persönliche Situationen zu erlangen. Das Präventionsteam der PI Göttingen unterstützt daher mit einem Änderungs- oder Löschungsantrag für Telefonbucheinträge. Ziel ist es, potenzielle Angriffspunkte für Täter zu reduzieren - etwa durch die Abkürzung von Vornamen oder die vollständige Löschung des Eintrags aus öffentlichen Verzeichnissen. Die entsprechenden Anträge werden im Rahmen von Präventionsaktionen, Vorträgen und Infoständen angeboten und können dort direkt ausgefüllt werden. Zudem liegen sie auf allen Polizeidienststellen aus und stehen auf der Internetseite der Polizeiinspektion Göttingen unter https://fcld.ly/telefonbucheintrag zum Download bereit. Ausgefüllte Anträge können unmittelbar bei der Polizei abgegeben oder selbstständig an die DTM Deutsche Telemedien gesendet werden. Das Unternehmen ist für die Einträge in "Das Telefonbuch", "Das Örtliche" und den "Gelben Seiten" zuständig und unterstützt das Präventionskonzept der Polizeiinspektion Göttingen ausdrücklich. Rückfragen bitte an: Polizeiinspektion Göttingen Andre Baumann Otto-Hahn-Straße 2 37077 Göttingen Telefon: 0551/491-2032 E-Mail: pressestelle@pi-goe.polizei.niedersachsen.de http://www.pi-goe.polizei-nds.de

Quelle: Polizeiinspektion Göttingen
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